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Chilcot-Bericht: Großbritannien und der Einmarsch in den Irak

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Chilcot-Bericht: Großbritannien und der Einmarsch in den Irak

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Nach siebenjähriger Recherche wird am heutigen Mittwoch der Chilcot-Bericht veröffentlicht. Die Aufgabe der 2009 eingesetzten Untersuchungskommission war, Großbritanniens Rolle vor, während und nach dem Einmarsch in den Irak im März 2003 zu beleuchten. Und zu klären, wie die Rolle des damaligen Premierministers Tony Blair zu bewerten ist, der 2002 betont hatte, britische Geheimdienstinformationen hätten bewiesen, dass der Irak chemische und biologische Waffen herstelle.

Peter Brierley, der Vater eines im Irak gefallenen britischen Soldaten, sagt: “Ich hoffe, dass in dem Bericht enthalten sein wird, dass Blair die vermeintlichen Beweise für Massenvernichtungswaffen künstlich aufgeblasen hat, dass er falsche Angaben gemacht hat, um vorzutäuschen, dass ein Krieg die einzige Option war. Ich hoffe, dass das herauskommt. Der Bericht, der von Menschen geschrieben wurde, die sich mit dem Thema sicherlich besser auskennen als ich, sollte die Schönfärberei beiseite kehren. Und ich hoffe, dass die Wahrheit ans Licht kommt.”

Sarah O’Connor verlor ihren Bruder. Sie sagt: “Diese Leute, die durch ihr Versagen für den Tod geliebter Menschen verantwortlich sind, haben uns nie in die Augen geschaut. Sie können versuchen, das Geschehen vor der Weltöffentlichkeit zu rechtfertigen, doch wenn sie ihre Taten nicht gegenüber den Familien der Opfer rechtfertigen können, sind ihre Worte leer und bedeutungslos.”

Britische Aktivisten fordern, Tony Blair wegen Kriegsverbrechen den Prozess zu machen. Während der Invasion, die von der US-Armee angeführt wurde, kamen Hunderttausende Iraker ums Leben – und 179 britische Soldaten.

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