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Italiens Banken - gefährlicher als der "Brexit"?

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Italiens Banken - gefährlicher als der "Brexit"?

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Im Schatten des “Brexit”-Votums wächst in Italien und dem Rest der EU die Angst um die italienischen Banken. Die Krisensymptome nehmen zu: So rauschten die Aktienkurse der Kreditinstitute in den vergangenen Tagen immer rasanter in die Tiefe – und die Ausfallversicherungen für Banken wurden immer teurer.
Einige Experten warnen bereits vor der Sprengkraft der italienischen Bankenkrise und dass sie sich auf ganz Europa ausweiten könnte.

Jeremy Stretch, Devisenexperte, CIBC, London:

“Das nennt man Ansteckungsrisiko. Im Jahr 2007 war das Problem wirklich groß und darüber hinaus, und ich meine, dass da Sorgen umgehen, wenn es zu einem systemischen Ausfall in Italien in größerem Maßstab käme – dass dann andere europäische Banken angesteckt werden könnten.”

Die größte unmittelbare Sorge gilt der ältesten Bank der Welt, Monte dei Paschi di Siena. Mehrere Versuche, deren notleidende Kredite zu bereinigen, sind gescheitert. Die Βank kommt nur noch auf ein Zehntel ihres Buchwerts.

Die ganze Branche ächzt unter 360 Milliarden verliehenen Euro, die möglicherweise nicht zurückgezahlt werden. Das entspricht einem Drittel der gesamten faulen Darlehen in der Eurozone. Auch bei der größten Bank des Landes, Unicredit, wachsen die Sorgen vor neuen Lücken. Sie gilt als global systemrelevant.

Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi würde die Krisenbanken lieber heute als morgen mit frischem Staatsgeld stützen – allerdings steht die Staatsverschuldung jetzt schon bei 135 Prozent der Wirtschaftsleistung. Zuletzt holte sich Renzi beim EU-Gipfel vergangene Woche eine Abfuhr für den Plan einer Kapitalspritze von 40 Milliarden Euro für die Banken.

Bislang tut sich die EU, unter Druck aus Deutschland, schwer mit neuen Staatshilfen.

Seit der Finanzkrise hatten alle Anstrengungen zum Umbau der Banken das Ziel, dass nicht noch einmal der
Steuerzahler gerade stehen muss.

«Italien kann eine größere Gefahr für die Eurozone werden als der Brexit», fürchtet Neil Wilson von der Handelsfirma ETX Capital, London.

su mit dpa

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