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"Brexit"-Schockwellen auf dem Immobilienmarkt

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"Brexit"-Schockwellen auf dem Immobilienmarkt

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Die Schockwellen nach dem “Brexit”-Votum sind auf dem Immobilienmarkt angekommen. Großbritannien haben inzwischen sieben offene Immobilienfonds mit gut 21 Milliarden Euro Vermögen die Rücknahme von Anteilen eingestellt, darunter der größte Fonds M&G Property Portfolio.

Investoren ziehen ihr Geld aus britischen Immobilienfonds ab, weil Analysten warnen, dass die Londoner Preise für Büroimmobilien innerhalb von drei Jahren nach einem Austritt des Landes aus der EU um 20 Prozent fallen könnten. Um Notverkäufe aus dem Immobilienbestand zu vermeiden, können Fondsgesellschaften die Rücknahme von Anteilen stoppen.

Marktbeobachter David Buik, Panmure Gordon, London:

“Es gibt da diese Sorge, dass wir im ersten Quartal 2017 in eine Rezession rutschen könnten, und dass wir in eine Strömung geraten, dass das große Geld von ausländischen Investoren nicht mehr hier ankommt bei den gewerblichen Immobilien. Gouverneur Mark Carney von der Bank of England hat ja gesagt, dass der Umsatz seit dem ersten Quartal um 50 Prozent runtergegangen ist, das ist eine Menge.”

Während der Finanzkrise 2007 und 2008 hatte es Immobilienfonds ähnlich hart getroffen,Fonds wurden geschlossen, was zu einem Verfall der Immobilienpreise in Großbritannien von mehr als 40 Prozent gegenüber ihrem Höhepunkt beitrug.

Im jüngsten Finanzstabilitätsbericht hatte die Bank of England den stockenden Kapitalzufluss aus dem Ausland in den Immobiliensektor als eines der “Brexit”-Risiken identifiziert.

Bei deutschen Fondsanlegern weckt das Erinnerungen an das Jahr 2008. Damals – unmittelbar nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers – hatten sich auch hunderttausende deutsche Anleger auf einen Schlag die Anteile an ihren Fonds auszahlen lassen.

Die Folge: Den Fondsgesellschaften gingen die Barmittel aus, sie mussten die Notbremse ziehen und die Rücknahme von Fondsanteilen aussetzen. Zeitweise lagen 34 Milliarden Euro an Kundengeldern auf Eis. Acht Fonds blieben dauerhaft eingefroren und mussten am Ende abgewickelt werden – ein Prozess, der bis heute nicht vollständig abgeschlossen ist. Anleger verloren durch die Krise der Fonds bis dato schätzungsweise vier Milliarden Euro.

su mit Reuters

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