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Frankreich gegen Portugal: Der Showdown

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Frankreich gegen Portugal: Der Showdown

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Das große Finale dieser Europameisterschaft steht vor der Tür. Am Sonntagabend wird das Stade de France in Paris zum Schauplatz des Showdowns zwischen Frankreich und Portugal. Unsere Vorschau.

Frankreich und Portugal: Bereit fürs Finale

Alle 23 Kicker Frankreichs waren beim Training dabei, um sich auf das Finale in Paris vorzubereiten. Man sei bereit, ließ Torwart Hugo Lloris wissen. Und Abwehrspieler Bacary Sagna sagte, vor Portugals Topspieler Ronaldo habe er keine Angst. Zwei Tage dem 2:0-Sieg gegen Deutschland im Halbfinale sei die Euphorie inzwischen Ruhe und Ernsthaftigkeit gewichen, so Lloris. Das Team von Trainer Didier Deschamps will das Triple schaffen und zum dritten Mal nach 1984 und 1998 den Titel im eigenen Land holen.

Portugal hofft, zum Griechenland dieser EM zu werden, das heißt: Zum Überraschungssieger, denn in das Duell mit den Franzosen gehen die Iberer dann doch als Außenseiter. Griechenland hatte 2004 in Portugal das Finale gegen die Gastgeber gewonnen, womit fast niemand gerechnet hatte. Iie Stimmung der Fans verhalten, und auch im Team weiß man, dass man den Titel alles andere als in der Tasche hat. Nicht zuletzt auch, weil der letzte Sieg gegen Frankreich 41 Jahre her ist. Immerhin: Pepe hat sich fit gemeldet. Die Oberschenkelprobleme sind passé, er ist bereit fürs große Endspiel.

Unsere Experten: “Wir haben keine Lust auf Portugals Erfahrung”

Wir haben mit Bruno Sousa, dem portugiesischen, und Vincent Ménard, dem französischen Journalisten aus unserem Sportteam, über das Finale gesprochen. Die Fragen stellte unsere italienische Kollegin Cinzia Rizzi.

Cinzia Rizzi: Bruno, wer wird im Stade de France gewinnen?

Bruno Sousa: Das wird natürlich Portugal sein. Das ist ein Team, das fürs Siegen gemacht ist, das nichts dem Zufall überlässt und das seine Grenzen kennt. Stimmt, den schönen Fußball gab es zu einer anderen Zeit, aber mit schönem Fußball haben wir nichts gewonnen. Wir haben aber auch gar nicht mehr die Ballkünstler von früher, zumindest in dem Ausmaß. Wir haben außergewöhnliche Spieler, aber die meisten sind einfach Ballarbeiter, Teamplayer. Die Statistik sieht auch ok aus. Wir haben Frankreich zwar seit 1975 nicht geschlagen, aber die letzten beiden Erfolge waren in Paris. Und wir wissen, dass ein Finale zu Hause zu spielen keine Garantie auf den Sieg ist. Wir hatten ja vor dem EM-Endspiel 2004 auch zu früh gefeiert.

Vincent Ménard: Und das Ergebnis, Bruno, war, dass Griechenland euch in Lissabon geschlagen hat, und ihr habt den Titel verpasst. Wir in Frankreich haben keine Lust auf ein solches Szenario. Das wäre ein ziemliches Unding, wenn wir einerseits unseren Angstgegner Deutschland schlagen und dann gegen Portugal verlieren. Das geht nicht. Und immerhin: Les Bleus haben die vergangenen beiden Turniere auf heimischem Boden gewonnen: Die EM 1984 und die WM 1998. Und ich bin sicher, sie machen das Triple perfekt und gewinnen das Finale 2:1.

Cinzia Rizzi: Was sind die Stärken und Schwächen Portugals?

Bruno Sousa: Die große Stärke ist das Kollektiv, und das ist nicht selbstverständlich bei einem Team, in dem Cristiano Ronaldo spielt. Die Mannschaft ist in technischer Hinsicht sehr diszipliniert, und zwischen den Spielern herrscht ein großer Zusammenhalt. Es ist nicht einfach, gegen Portugal zu treffen. Im Sturm hatten wir ein paar Probleme, da wir kein Risiko eingehen und das Gleichgewicht des Teams stören wollten. Dieses Team soll in allererster Linie vor allem nicht verlieren. Bisher war es so, dass wir stets, wenn wir zurücklagen, risikofreudiger wurden. Und meist konnten wir dann auch nach kurzer Zeit ausgleichen.

Cinzia Rizzi: Und bei den Franzosen?

Vincent Ménard: Es ist richtig, dass Portugal das Zeug hat, uns zu schaden, denn unsere Verteidigung ist nicht die beste des Tuniers. Über Außen sind wir ebenfalls nicht unverwundbar. Und Didier Deschamps musste wegen Verletzungen und Sperren ganz schön rumbasteln, um die zentrale Achse richtig aufzustellen. Das Ergebnis: Er hat Samuel Umtiti gleich voll reingenommen, obwohl der bis vergangenen Sonntag noch nie für die französische Elf gespielt hat. Glücklicherweise haben wir im Mittelfeld mit Matuidi und Pogba ein verdammt gutes Duo, und im Sturm ist ein gewisser Antoine Griezmann.

Cinzia Rizzi: Was das angeht, wer wird wohl das mit Spannung erwartete Duell zwischen Cristiano Ronaldo und Antoine Griezmann gewinnen, ein Duell, das wir ja schon am 28. Mai beim Finale der Champions League sahen.

Bruno Sousa: Im portugiesischen Team gab es während der EM viele Veränderungen. Bei den ersten beiden Spielen war alles auf Ronaldo zugeschnitten, er hätte da für den Erfolg sorgen müssen. Das hat nicht geklappt. Ab dem Spiel gegen Ungarn war es dann genau umgekehrt: Ronaldo war jetzt ein Teamspieler, er verteidigte, er half im Mittelfeld, er suchte besser positionierte Mitspieler. Und wenn der beste Fußballer der Welt für das Team spielt, dann ist das Team natürlich stärker. Ich bin sicher, dass Ronaldo Griezmann im Kollektiv, nicht Mann gegen Mann, schlagen will.

Vincent Ménard: Ronaldo ist seit 10 Jahren der beste Spieler Europas, das ist nicht zu bestreiten. Aber bei diesem Turnier heißt der beste Spieler Antoine Griezmann. Cinzia, du hast das Champions-League-Finale angesprochen, das Griezmann mit Atlético Madrid verloren hat, er hatte ziemlich Pech, das er da verdauen musste. Aber in den vergangenen Spielen war er schlicht unglaublich gut: Er hat im Achtelfinale zweimal getroffen, er hat ein Tor im Viertelfinale geschossen und zwei im Semi. Wenn er so weitermacht, dann dürfte Frankreich den Titel sicher haben.

Unser Tipp für das Finale – Tippen Sie mit

Vielleicht liegen wir falsch, was das Ergebnis des Finales angeht. Hier ist unser Tipp:

Wir glauben an einen 2:0-Erfolg für Portugal.

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