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Kalter Krieg oder kalter Kaffee: Russlands Repräsentant stellt NATO-Beschlüsse infrage

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Kalter Krieg oder kalter Kaffee: Russlands Repräsentant stellt NATO-Beschlüsse infrage

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Vom Schauplatz des NATO-Gipfels in Warschau sind es rund 1200 Kilometer Luftlinie nach Moskau. Dort dürften die Beschlüsse des Verteifigungsbündnisses auf Interesse gestoßen sein.

Nach Ansicht des russischen Politikexperten Dimitri Trenin vom Carnegie Center in Moskau wird Russland ebenfalls mit Truppenaktivitäten reagieren: “Russland wird als Antwort auf den Einsatz der NATO-Batallione in den baltischen Staaten und in Polen selbst Streitkräfte in seinen westlichen Regionen zusammenzuziehen. Was wir hier leider erleben müssen, ist eine verfahrene militärisch-politische Situation in Europa und das nach mehr als zwei Jahrzehnten der Abwesenheit eines solchen Patts.”

Der stellvertretende NATO-Generalsekretär für neue Bedrohungen, Jamie Shea, bestätigt, dass die NATO auch ihre Grenzen im Südosten sichern will: “Rumänien hat angeboten, eine Trainingsanlage bauen zu wollen. Diese könnte es uns erlauben, Truppen schnell in die Region zu entsenden. Rumänien hat in jüngster Zeit außerdem ein Radar zur Abwehr von Raketen in Betrieb genommen. Außerdem sehen wir, was getan werden kann, um unsere maritime Präsenz im Schwarzen Meer zu verstärken.”

Schon vor Beginn des Gipfels hatte die russische Regierung angekündigt, eine “adäquate Antwort” auf militärische Präsenz an seinen Grenzen zu finden.

Euronews-Reporter Andrei Beketov sieht die Beziehungen zwischen Russland und der NATO derzeit als angespannt, aber nicht hoffnungslos: “Trotz harter Maßnahmen gegen Russland schlägt die NATO die Tür nicht zu, Informationen sollen weiter ausgetauscht werden, um Zwischenfälle zu vermeiden. Der Repräsentant Russlands bei der NATO hat angekündigt, die Beschlüsse von Warschau bei den nächsten bilateralen Gesprächen Mitte Juli diskutieren zu wollen. Damit stellt er die Entscheidungen infrage. Andere russische Beobachter sehen die Lage drastischer und sprechen von einem erneuten Kalten Krieg”.

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