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Zwischen Paris und Lissabon: Extase und Tränen nach historischem EM-Finale

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Zwischen Paris und Lissabon: Extase und Tränen nach historischem EM-Finale

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Die Praca de Comercio in Lissabon stand Kopf. Zehntausende portugiesische Fans feierten beim zentralen Public Viewing überglücklich und extatisch den ersten Gewinn einer Europameisterschaft von Christiano Ronaldo und Co. Der späte Siegtreffer von Eder bildete den Auftakt für eine lange Partynacht.

Niemand möge Montagmorgen viele Portugiesen an ihren Arbeitsplätzen erwarten

Überwiegend finstere Mienen dagegen auf der Pariser Fanmeile. Der Traum vom dritten EM-Titel der Franzosen verpuffte auf dem Marsfeld wie im Stade de France im Vorort Saint Denis. euronews-Korrespondentin Paula Vilaplana war mitten drin im Trubel auf der Fanmeile:

“Fußball steckt voller Überraschungen, und das Euro-2016-Finale war eine von ihnen. Beim Turnierstart glaubte niemand an Portugals Titelchancen. Riesenfreude in Portugal und Katerstimmung hier in Frankreich. Die Equipe Tricolore hat sich zuhause selbst ihre Krönung versagt.”

Ein Portugiese sagte ungläubig auf dem Marsfeld: “Wie soll ich mich nur ausdrücken? Ein Traum ist Wirklichkeit geworden. Für Portugal. Wir sind Champions.”

Eine Portugiesin ergänzte: “Ich lebe hier in Frankreich und bin froh darüber.Trotzdem ist das hier der schönste Tag des Jahres, voller Freude, endlich den Pokal nach Hause, nach Portugal zu holen.”

Ein französischer Fan machte aus seiner Enttäuschung keinen Hehl: “Das ist schon enttäuschend, dabei hatten wir eigentlich gerade einen Lauf. Schon schade.”

Sein portugiesischer Begleiter ergänzte: “Ich bin froh, erster Sieg für Portugal. Darauf haben wir lange gewartet, seit der Finalpleite 2004. Das ist jetzt egal, wir feiern den Titel und machen Party.”

Ein weiterer Franzose: “Heute geht es uns so wie den Deutschen gegen Frankreich. Selbe Situation. Wir hatten Chancen für 20 Siege. Traurig, weil Portugal nur einen guten Angriff ablieferte, und der führte zum Siegtreffer.”

Freud und Leid dicht beieinander

Nicht ganz ungetrübt verlief das Fußball-Fest auf der Pariser Fanmeile. Zunächst kam es vor der Partie zu Rangeleien zu Rangeleien zwischen frustrierten Fans und Sicherheitskräften, weil die Kapazität von 90.000 Besuchern früh erreicht war. Unschönere Szenen ereigneten sich nach dem Finale auf den Champs-Élysées. Die Polizei musste nach Attacken mit Wurfgeschossen Tränengas gegen Randalierer einsetzen. Weite Teile des Prachtboulevards waren betroffen. Französische Medien berichteten von mehreren Dutzend Festnahmen. Viele Feiernde und Passanten verließen den Ort in Richtung der Nebenstraßen.

Frankreichs Staatspräsident François Hollande wird die Zweitplatzierten heute mit einem Empfang im Élyséepalast ehren.

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