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"Mediterranean Concert" - Ein Konzert für den Frieden

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"Mediterranean Concert" - Ein Konzert für den Frieden

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Renommierte Künstler aus dem Mittelmeerraum vereinten sich zu einem gemeinsamen Konzert im UN-Palast in Genf: dem ersten “Mediterranean Concert“http://www.unaoc.org/event/the-mediterranean-concert/. Begleitet vom Königlichen Symphonieorchester Marokko unter der Leitung des Spaniers Toni Cuenca traten Interpreten aus 12 Mittelmeeranrainerstaaten (von Jordanien, Marokko und Tunesien bis zu Spanien, Griechenland und Frankreich) auf die Bühne. Organisiert wurde das Konzert von der ONUART Stiftung, die sich für kulturelle Projekte bei der UNO einsetzt.

*Toni Cuenca”: “Ich glaube, dass wir im Mittelmeerraum, was die Rhythmik betrifft, viel gemeinsam haben. Die orientalischen Tonleitern zum Beispiel, findet man im Flamenco oder sogar in traditioneller neapolitanischer Musik wieder. Es gibt ein Cross-over, eine Vermischung der Melodien und Rhythmen. Und vor allem, es gibt einen Willen, sich zu verbinden und zu verstehen.”

Mit dabei war das palästinensische Trio Joubran. Die drei Brüder ( Samir, Wissam und Adnan) stammen aus einer renommierten Musikerfamilie, die Mutter war Sängerin, der Vater Instrumentebauer. Sie spielen traditionelle arabische Musik, virtuos neu interpretiert.

Samir Joubran: “Für uns ist die Teilnahme an einem Konzert wie diesem sehr wichtig. Denn wir glauben an Kultur, insbesondere im Mittelmeerraum, einer heute sehr unruhigen Region. Und das einzige, das wir tun können, ist Brücken zu bauen – oder uns zumindest gegenseitig zuzuhören. Das wahrhaft Schöne ist dieses Mosaik. Ich sehe den Mittelmeerraum wie ein Gesamtkunstwerk, ein wundervolles Mosaik. Aber es ist EIN Gemälde – der Mittelmeerraum.”

Adnan Joubran: “Wir teilen uns das Mittelmeer, sein Wasser, seine Fische, sein Kommen und Gehen. Wie können wir eine liebevolle Beziehung zueinander aufbauen, den Dialog der Kulturen fördern?”

Eben diesen Dialog erforscht der jordanische Musiker Hani Mitwasi, der spanische und arabische Klänge vermischt.

Die Spanierin María del Mar Bonet stammt aus Mallorca- und hat das Mittelmeer quasi im Blut. Sie sang unter anderem mit Musikgrößen wie dem Griechen Mikis Theodorakis oder dem Ägypter Hossam Ramzy.

María del Mar Bonet: “Musik öffnet den Weg für den Dialog. Was natürlich nicht bedeutet, dass alle Musiker des Mittelmeerraums dieselbe Musik machen. Aber es gibt so vieles, dass uns vereint. Im Verlauf meiner Karriere habe ich mit Künstlern aus Syrien oder Tunesien gesungen, dem türkischen Musiker Zülfü Livaneli. Mein ganzes Leben lang habe ich diesen Dialog mit allen meinen Kollegen im Mittelmeerraum gesucht.”

Eine andere beeindruckende Stimme: Die Marokkanerin Aicha Redouane, die sich der traditionellen Berbermusik widmet.

Der Geigenvirtuose Ara Malikian stammt aus einer armenischen Familie, kam in Beirut zur Welt und lebt heute in Spanien. Mit der Vermischung der Stile hat einer keine Probleme.

Die französische Sängerin Sapho kommt aus einer jüdisch-marokkanischen Familie und hat anhand dieses reichen musikalischen Erbes ihren ganz besonderen Sound entwickelt.

Sapho: “Ich singe auf unterschiedlichen Sprachen: auf Arabisch, Englisch, Französisch. Ich habe immer versucht, als Übersetzerin zwischen getrennten Welten zu wirken, den Menschen dabei zu helfen, die Kultur der anderen zu verstehen. Dieser Wunsch hat mich meine ganze Karriere über begleitet. Kunst kann Mauern überwinden, und Künstler haben die Mission, Mauern einzureißen.”

Deutlich wurde dieser Aufruf zum Dialog und gegenseitigem Verständnis beim gemeinsamen Abschlusssong, “Southern Wind”, komponiert von Toni Cuenca, eine Hymne für den Frieden.

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