Eilmeldung

Sie lesen gerade:

Konservativ & liberal: Pfarrerstochter Theresa May

welt

Konservativ & liberal: Pfarrerstochter Theresa May

Werbung

Das Ergebnis des EU-Referendums ist nun untrennbar mit Theresa Mays Aufstieg zur britischen Premierministerin verbunden. Nach dem Rücktritt David Camerons setzte sie sich gegen die interne Konkurrenz bei den Tories durch und steht künftig an der Spitze von Partei und Regierung.

“Brexit heißt Brexit und wir werden daraus eine Erfolgsgeschichte machen. Es wird keine Versuche geben, in der EU zu bleiben. Aber wir brauchen auch eine Regierung, die tiefgreifende Sozialreformen durchführt, damit unser Land ein Land wird, das für jeden etwas bietet”, betonte sie.

Vor der Volksbefragung hatte sich May noch für einen Verbleib Großbritanniens in der EU ausgesprochen – anders als Boris Johnson, der lange als Favorit auf die Cameron-Nachfolge galt. Anders als Justizminister Michael Gove. Anders als Staatssekretärin Andrea Leadsom, die als letzte May-Rivalin aufgab.

Bevor Theresa May 2010 Ministerin für Inneres wurde, gehörte sie bereits seit 1999 verschiedenen Schattenkabinetten der Tories an. May stammt aus der Stadt Eastbourne an der Südküste Englands, ihr Vater war Pfarrer. Nach einem Geographiestudium an der University of Oxford arbeitete sie bei der britischen Zentralbank und als Finanzberaterin, 1997 zog May für die konservative Partei ins Parlament ein.

2002 wurde sie Generalsekretärin der Tories und positionierte sich als Politikerin mit Ansichten, die je nach Themengebiet zwischen erzkonservativ und liberal schwanken. In Sachen Einwanderung steht May für einen strengen Kurs. Ihr Vorgänger Cameron erklärte: “Theresa May hat die überwältigende Unterstützung der Konservativen Partei. (…) Sie ist stark, sie ist kompetent, sie hat die Führungsstärke, die unser Land in den nächsten Jahren braucht, und sie hat meine vollständige Unterstützung.”

Die erste große Aufgabe ihrer Amtszeit wird sein, das Ergebnis des EU-Referendums umzusetzen – das heißt: die Aktivierung des Artikels 50 des Vertrages von Lissabon und das Führen der Verhandlungen mit Brüssel.

Vor 26 Jahren verließ Margaret Thatcher den Posten des britischen Regierungschefs, jetzt zieht zum zweiten Mal eine Frau in Downing Street Number 10 ein.

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden.euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

Automatische Übersetzung

Nächster Artikel