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Amnesty-Bericht: Ägypten foltert Kritiker

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Amnesty-Bericht: Ägypten foltert Kritiker

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Amnesty International hat Ägypten beschuldigt, in den vergangenen drei Jahren Hunderte von Studenten, politische Aktivisten, Demonstranten und sogar Jugendliche entführt und gefoltert zu haben.

Laut Amnesty verschwinden die entführten Menschen spurlos. Die meisten seien Anhänger des früheren Präsidenten Mohammed Mursi. Der Amnesty-Bericht stützt sich auf das Schicksal von 17 entführten und gefolterten Menschen, denen jeder Kontakt mit ihren Familien und Anwälten untersagt wurde.

“Wir wissen, dass durchschnittlich drei bis vier Menschen jeden Tag in Ägypten verschwinden. Einfach so. Ihre Familien wissen nichts über ihren Verbleib, sie werden verschleppt, gefangengehalten und in Gefängnissen gefoltert”, so der Amnesty-Sprecher Riccardo Noury.

In einigen Fällen werden ägyptische Polizisten strafrechtlich verfolgt. Vor Kurzem wurden beispielsweise sechs Sicherheitskräfte zu drei bis sieben Jahren Gefängnis verurteilt, weil sie einen Gefangenen gefoltert und getötet hatten. Aber laut Menschenrechtsorganisationen sind solche Delikte auf dem Vormarsch seit Abdel Fattah al-Sisi 2013 an die Macht kam.

Laut dem Bericht werden viele der verschleppten Menschen für Monate gefangengehalten – oft die ganze Zeit über mit verbundenen Augen und Handschellen. Foltermethoden wie Schlagen, Elektroschocks und Aufhängen an den Gliedmaßen seien an der Tagesordnung.

Bereits im März kritisierte das Europäische Parlament die Menschenrechtslage in Ägypten. Zu dieser Zeit verschwand ein italienischer Student in Kairo. Giulio Regeni wurde später mit Folterspuren tot aufgefunden. Der Doktorand hatte an der Universität in Kairo zu Gewerkschaften in Ägypten geforscht.

Damals wie heute bestreitet die ägyptische Regierung die Entführungen. Das Außenministerium verkündete in einer Erklärung, dass der Amnesty-Bericht voreingenommen und politisch motiviert sei. Amnesty verbreite falsche Gerüchte und unterstütze Terrorgruppen.

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