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David Cameron: Ein pfeifender Abgang

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David Cameron: Ein pfeifender Abgang

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David Cameron wird als Premierminister in Erinnerung bleiben, der Großbritannien aus der Europäischen Union führte, obwohl er für den Verbleib gekämpft hatte. Am Tag nach dem Sieg der Brexit-Befürworter kündigte der 49-Jährige seinen Rücktritt für September an.

Mit 43 Jahren trat er 2010 sein Amt an. “Dave” wie ihn seine Frau Samantha ruft, ist der jüngste Premierminister seit 1812. Ohne absolute Mehrheit war David Cameron gezwungen, mit den Liberaldemokraten eine Koalitionsregierung zu bilden, die erste seit 1945. Oberstes Ziel war es, die Wirtschaft anzukurbeln.

Trotz massiver Proteste setzte der Premier einen strengen Sparplan durch. 2012 trug seine Politik Früchte: Großbritannien erlebte ein Wirtschaftswachstum von über 3,5 Prozent und schuf eine Million Arbeitsplätze in zwei Jahren.

Am 15. September 2011 trafen David Cameron und Nicolas Sarkozy zu einem Blitzbesuch in Libyen ein. Beim ersten Besuch ausländischer Regierungschefs nach der Entmachtung Muammar al-Gaddafis sagten sie der Übergangsregierung Unterstützung zu.

2012 gab der Premier dem Wunsch der schottischen Nationalisten für ein Unabhängigkeitsreferendum nach. Am 18. September 2014 stimmten die Schotten mit 55,3 Prozent für den Verbleib im Vereinigten Königreich. Ein Erfolg für David Cameron.

2015 wurde er in seinem Amt bestätigt, nachdem seine Partei überraschend die absolute Mehrheit bei der Unterhauswahl gewonnen hatte. Nach dem Wahlsieg hielt er sein Versprechen bezüglich Europa:

“Und ja, wir werden ein In-Out-Referendum über unsere Zukunft in Europa abhalten. Da wir diese wichtige Aufgabe haben, müssen wir sicherstellen, dass wir das Land zusammenführen”, versprach der den Briten.

Um sein Land in der EU zu halten, handelte er danach in Brüssel einen Sonderstatus für Großbritannien aus. Unter anderem setzte er spezielle Zuwanderungsregelungen durch. Der Premier kämpfte mit allen Mitteln für einen Verbleib seines Landes in der EU. Aber dieses Mal hatte David Cameron das Glück nicht auf seiner Seite.

Drei Wochen nach seinem Scheitern beim Referendum verlässt Cameron die politische Bühne:

“Wir werden bis Mittwochabend in diesem Gebäude einen neuen Premierminister haben.”

Was Komponisten weltweit aus Camerons “dummdidumm” machen:

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden.euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

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