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Großbritanniens neue Regierungschefin May: "Brexit wird Erfolg"

Redaktion Brüssel

Großbritanniens neue Regierungschefin May: "Brexit wird Erfolg"

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Großbritannien nimmt Kurs auf eine Zukunft außerhalb der EU. Am Steuer steht ab sofort Theresa May. Sie löste5 David Cameron ab. Als neue Regierungschefin soll sie nun dafür sorgen, dass das Land mit seinem Brexit keinen Schiffbruch erleidet. May ist die erste britische Regierungschefin seit Margaret Thatcher. Und dass sie den Kurs, anders als von vielen erhofft, auch beibehalten wird, das hat sie bereits mehrfach deutlich gemacht.

May: “Wir werden den besten Deal für Großbritannien aushandeln müssen und eine neue Rolle für uns in der Welt schaffen. Brexit bedeutet Brexit. Und wir werden daraus einen Erfolg machen.”

Vor dem Brexit-Referendum hatte sich die bisherige Innenminsterin May, nach langem Warten, schließlich auf die Seite des Pro-EU-Lagers von David Cameron gestellt. Wie der nun abgetretene Permier stand sie der Union aber ebenfalls schon lange kritisch gegenüber.

Interview: Das muss May leisten

Über die künftigen Beziehungen zwischen dem Vereinigten Königreich und der Europäischen Union mit Theresa May an der Spitze der britischen Regierung sprachen wir mit Lincoln Allison, der an der Warwick Universität Politikwissenschaft lehrt. Vielen Dank dafür, dass Sie sich für uns Zeit genommen haben.

euronews:
Welche Art von Verhandlungen kann die EU von Theresa May erwarten, die als schwierig oder als eine neue Eiserne Lady gilt? Ihre Gesprächspartner werden unter anderem die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sein.

Lincoln Allison:
“Dass Theresa May das Amt als Premierministerin übernahm, hat die Finanzmärkte wieder beruhigt. Weil sie sich zurückhaltend für den Verbleib in der EU ausgesprochen hatte, deutete sie ihren guten Willen für die Verhandlungen an. Doch Ihnen ist wahrscheinlich besser bekannt als mir, dass es davon abhängt, mit wem die Verhandlungen geführt werden, mit der EU-Kommission oder mit einem europäischen Verhandlungsteam.”

euronews:
“Theresa May erwähnte, dass sie das Austrittsverfahren erst Anfang 2017 in die Wege leiten wolle. Die EU aber drängt zur Eile. Warum will May das Verfahren verzögern? Kann sie das überhaupt?”

Lincoln Allison:
“Ich denke, dass viele Menschen dem Präsidenten der EU-Kommission, Jean-Claude Juncker, vom dem es heißt, dass er zur Eile dränge, ihm die Botschaft übermitteln würden: ‘Unter diesen Umständen bedürfen wir nicht länger der Ratschläge darüber, was wir zu tun haben’. Im Grunde genommen ist mehr als unklar, welche Vereinbarungen in den Brexit-Verhandlungen bei dem Thema Zugang zum Binnenmarkt möglich sein werden oder welche Art von Migration letzthin zugelassen wird.”

euronews: “Genau, Theresa May zählte zum Lager der EU-Befürworter doch jetzt besteht sie darauf, dass, der Brexit Brexit bedeute. Könnte sich dieser neue Standpunkt auf ihre Strategie auswirken, beim Thema Migration beispielsweise?”

Lincoln Allison:
“Das wird mit Sicherheit geschehen. Migration ist ein zentrales Anliegen. England ist das größte, wirtschaftlich erfolgreichste Land in der EU. Für Migranten war es ein Magnet und aus diesem Grund wurde es für viele Menschen das wichtigste politische Thema. Doch weil auch viele Brexit-Befürworter davon betroffen sind, glaube ich nicht, dass das Recht der Menschen aus 27 Ländern ins Vereinigte Königreich oder nach England zu reisen, sollte dieses ein unabhängiges Land werden, verhandelbar ist.”

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