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Kein angemessener Ort: Pokémon Go am Holocaust-Mahnmal in Berlin

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Von Euronews  mit dpa
Kein angemessener Ort: Pokémon Go am Holocaust-Mahnmal in Berlin

<p>Gedenkstätten in den <span class="caps">USA</span> sind verärgert über das Spielen mit der Smartphone-App “Pokémon Go” in ihren Einrichtungen. <a href="http://de.euronews.com/2016/07/12/app-pokemon-go-wo-die-realitaet-virtuell-wird/">Mit der Anwendung können Nutzer in der wirklichen Welt versteckte Monsterfiguren mit ihrem Handy-Bildschirmen aufspüren und fangen</a> – auch auf Friedhöfen und an Mahnmalen.</p> <p>Die Verwaltung des Arlington-Militärfriedhofs in Virginia bat seine Besucher, auf die Pokémon-Jagd auf dem Friedhof zu verzichten, da es unangemessen sei. <blockquote class="twitter-tweet" data-lang="en"><p lang="en" dir="ltr">We do not consider playing “Pokemon Go” to be appropriate decorum on the grounds of <span class="caps">ANC</span>. We ask all visitors to refrain from such activity.</p>— Arlington Cemetery (@ArlingtonNatl) <a href="https://twitter.com/ArlingtonNatl/status/752959640816582656">July 12, 2016</a></blockquote> <script async src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script><br /> Nach Angaben eines Sprechers handelt es sich bei dem Stopphinweis für “Pokémon-Go”-Spieler um eine Vorbeugungsmaßnahme, nicht um ein konkretes Problem. Die Nutzung des Spiels würde auf “diesem heiligen Boden” jedoch nicht als angebracht gesehen. Allerdings lasse sich nur schwer feststellen, ob ein Besucher gerade “Pokémon Go” spiele oder aber respektvoll auf seinem Smartphone die hauseigene App zur Navigation nutze.</p> <p><strong>Holocaust-Museum in Washington soll aus Spiel entfernt werden</strong></p> <p>Als möglicher Aufenthaltsort von “Pokémon”-Monstern ist auch das Holocaust-Museum in Washington markiert. Über Twitter appellierte das Museum, respektvoll beim Einsatz von Technik zu sein. Man versuche, den Ort aus dem Spiel entfernen zu lassen, erklärte ein Sprecher dem Sender <span class="caps">NPR</span>. Die Entwickler – Nintendos Pokémon Company und Niantic – geben die Möglichkeit, unangemessene Orte zu melden. </p> <p>US-Medien berichten über die Bitte des Holocaust-Museums: <blockquote class="twitter-tweet" data-lang="en"><p lang="en" dir="ltr">Holocaust Museum, Arlington National Cemetery Plead: No Pokemon <a href="https://t.co/csu584XtdH">https://t.co/csu584XtdH</a></p>— <span class="caps">NPR</span> (@NPR) <a href="https://twitter.com/NPR/status/753000013693804544">July 12, 2016</a></blockquote> <script async src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p> <p>An die Kritik der US-Gedenkstätten schließt sich auch die “Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas” an. Es betreut das Holocaust-Mahnmal in Berlin. Sprecherin Sarah Friedrich sagte Euronews, man könne die Nutzung des Spiels am Mahnmal nicht verbieten, da es sich um einen öffentlichen Ort handele. Jedoch weist sie darauf hin, “dass es ein Gedenkort für sechs Millionen ermordete Juden in Europa ist und damit absolut kein angemessener Ort für ein solches Spiel”.</p> <p><strong>Anwendung jetzt auch in Deutschland erhältlich</strong> </p> <p>In Deutschland ist die Smartphone-Anwendung ab sofort auch ohne Tricks zu bekommen: Sie ist im Play Store von Google für Android-Geräte verfügbar, im Laufe dieser Woche sollen auch die Nutzer anderer Smartphones das Spiel herunterladen können. Bislang war die Anwendung, die auf realen Geodaten basiert und meist im Freien gespielt wird, nur in den <span class="caps">USA</span>, in Kanada und Neuseeland erhältlich. Aus diesem Grund wurde in Berlin sogar eine Demonstration angemeldet. Über Facebook lädt eine Nutzerin für Samstag zu einem “Protestmarsch gegen die Ländercode-Sperre” auf das Tempelhofer Feld ein. Bis Mittwochmittag hatten 2500 “Pokémon”-Fans ihre Teilnahme angekündigt.</p>