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"Fang mich doch, du ......" - virtuelle Pokémons erobern Deutschland

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"Fang mich doch, du ......" - virtuelle Pokémons erobern Deutschland

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Die virtuelle Invasion hat Deutschland erreicht – “Pokémon Go”
ist seit Mittwoch verfügbar. Wenige Stunden dauerte es, da zogen zahlreiche Menschen auf der Suche nach virtuellen Monstern durch die Straßen. Beispiel Berlin: Ob am Brandenburger Tor, entlang des Verlaufs der ehemaligen Berliner Mauer oder am Alexanderplatz – überall finden die Spieler Stationen, an denen sie Bälle für das Fangen der Monster einsammeln können.

Eine für das Wochenende angesagte Protest-Demo in der Hauptstadt konnte abgesagt werden. Rund 2.500 frustrierte Spielfans wollten einen schnelleren Marktstart auch in
Deutschland fordern. Der Entwickler Niantic Labs hatte die
internationale Markteinführung vergangene Woche verlangsamt, da unter der Last der Anfragen die Server teils überlastet waren.

Zwei Fans in New York:

“Das Spiel schafft die größtmögliche Illusion, die Pokémons wirklich zu fangen. Man hat tatsächlich diesen Eindruck.”

“Wir sind am Samstag zu Fuß vom Barkley Center zur Brooklyn-Bridge gegangen, auf Pokémon-Jagd.”

Das Auschwitz-Museum in Polen und deutsche KZ-Gedenkstätten sahen sich genötigt, Besucher um Verzicht auf die virtuelle Jägerei zu bitten, bei der Comic-Figuren ins Kamerafenster der Mobiltelefone eingeblendet werden. Sollte ein «Pokémon» in der Nähe sein, macht das Smartphone mit Vibration darauf aufmerksam. “Offenkundig kann man tatsächlich in Auschwitz Pokémons fangen,” twitterte einer.

Bartosz Bartyzel, Auschwitz-Museum und Gedenkstätte:

“Das ehemalige Nazi-Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ist heute nicht nur ein Museum, es ist vor allem ein Ort der Erinnerung. Undenkbar, dass man an diesem Ort spielt oder Spaß hat.”

Auch Friedhöfe, Polizeistationen oder Krankenhäuser haben protestiert – und der Kreml, nachdem ein Tweet aufgetaucht war mit einem blauen Ei auf zwei Beinen und Spirale auf dem Bauch im Inneren des Moskauer Machtzentrums.

Wie Trophäen posten andererseits Trendläden, Veranstaltungsorte und Privatpersonen die Funde von Knuddelmonstern in ihrer Nähe auf Twitter. «Erstes Pokémon in unserem Store entdeckt und gefangen!», so ein Babyladen in Berlin-Schöneberg. Mitten in der Deutschen Börse wurde ebenfalls ein Pokémon erspäht und das Beweisbild auf Twitter veröffentlicht. Auch die Messe Stuttgart zeigt
sich stolz: «Das Gelände der #MesseStuttgart ist voll mit #PokemonGo!», heißt es auf dem Kurzmitteilungsdienst.

Ein erster Autounfall Staat New York, ein erstes Knöllchen (60 Euro) für einen Spieler am Lenkrad in Bochum, erste Berichte über radikale Gewichtsverluste bisheriger Couchpotatoes.

Innerhalb von 24 Stunden wurde das Spiel die weltweit meistheruntergeladene App bei Apple und Google. Vorsichtige Schätzungen gehen allein im Startland USA von mehr als 20 Millionen Nutzern aus.

Wer daran verdient? Das Spiel selbst ist kostenlos, aber Accessoires und virtuelle Gegenstände kosten.

Die Aktie von Nintendo stieg um fast 70 Prozent – über 10 Milliarden Dollar. Νintendo und eine Ausgründung bekommen gemeinsam laut Analystenschätzungen lediglich etwa 40 Prozent der Einnahmen aus “Pokémon Go”. Weitere 30 Prozent verdienen demnach Apple und Google an den Umsätzen, die die Spieler in den jeweiligen App Stores machen.

Und das Spielestudio Niantic Labs, wo das Spielprinzip von “Pokémon Go”, erfunden wurde, ist eine Ausgründung von Googles Mutter-Holding Alphabet.

Sigrid Ulrich mit dpa

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