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Die Horrornacht von Nizza - eine Nacht der Sozialen Medien

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Die Horrornacht von Nizza - eine Nacht der Sozialen Medien

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Mindestens 84 Menschen sterben bei einer Terrorattacke in Nizza, Südfrankreich – der politische Karikaturist Plantu (“Le Monde”,“L’Express”) zeichnet einen blauen Twitter-Vogel „Larry“ über Frankreich – der weint.

Es ist die Nacht der Sozialen Medien, sie liefern Bilder und Kommentare.

“Behindern sie nicht die laufenden Hilfsmaßnahmen. Vermeiden Sie die Innenstadt”. twittert die dem Verteidigungsminister unterstellte Gendarmerie Nationale um Mitternacht. Man solle Kommunikationsmittel nur in Notfällen benutzen und

“Verbreiten Sie keine Gerüchte und schockierende Fotos oder Videos.”

Da waren im Netz schon die ersten Amateuraufnahmen von dem weißen Laster zu sehen, wie er die Polizeiabsperrung durchbricht und mitten in die Feuerwerkszuschauer beschleunigt, die sich gerade auf den Weg nach Hause machen.

“Bleiben Sie zu Hause,” rät die Stadtverwaltung. “Sie können über den Hashtag #PortesOuvertesNice (“Offene Türen in Nizza”) Unterschlupf finden und auf Facebook signalisieren, dass Sie außer Gefahr sind.”

Dann sucht die Gendarmerie Nationale Blutspender.

Taxifahrer bieten an, Leute gratis von der Promenade des Anglais wegzubringen.

Gut eine Stunde nach dem Angriff schaltet Facebook die Funktion “safetyCheck” frei, der Präfekt des departements Var rät, auf diesem Weg Angehörige zui beruhigen.

Im Netz sind Bilder zu sehen von Menschen in Panik, Kinderwagen und Schuhe, die Frauen und Männer hinterließen. Und ein Video von einem Mann neben seiner toten Frau.

Und eine Familie verliert im Gedränge ihr acht Monate altes Kind: “Freunde in Nizza, wenn ihr ihn gefunden habt, meldet euch,” twittert die Familie mit einem Foto des Kleinen. Mehr als 22.000mal wir die Botschaft geteilt.

Und schließlich die Erleichterung: “Gefunden” – mit vier Ausrufezeichen.

Sigrid Ulrich

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