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Der Attentäter von Nizza gibt den französischen Behörden Rätsel auf

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Der Attentäter von Nizza gibt den französischen Behörden Rätsel auf

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Die französischen Behörden haben bislang keine Hinweise, dass der 31 Jahre alte Tunesier Mohamed Lahouaiej-Bouhlel in Verbindung zu Islamisten stand. Innenminister Bernard Cazeneuve meinte aber am Samstag, er könne sich sehr schnell radikalisiert haben. Bouhlels Nachbarn beschreiben ihn als gewaltbereit, depressiv oder einfach still, aber nicht als religiös.

“Soweit ich weiß, hat er nichts mit Islamisten, Al Kaida, IS zu tun. Das ist jemand der trinkt, raucht, stiehlt, isst, arbeitet. Er hat sich von seiner Frau getrennt. Er lebt alleine hier. Er war immer mit dem Fahrrad unterwegs. Er ging wie alle zum Strand. Er rauchte Haschisch und stahl Fahrräder”, erinnert sich Wissam.

Bouhlel wurde 1985 in Msaken bei Sousse in Tunesien geboren, lebte aber die letzten Jahre legal in Südfrankreich. Seine Verwandten in seinem tunesischen Heimatdorf sind geschockt.

“Mohamed hatte einen Job. Er war mit meiner Kusine neun Jahre lang verheiratet. Er ging nach Frankreich, um als Fahrer zu arbeiten. Er hat zwei Töchter und einen Sohn. Nie hat er mir gesagt, dass er so etwas tun könnte. Unsere Familie kann nicht glauben, was geschehen ist”, sagt Bruder Jaber.

Bouhlel neigte zur Gewalt und war vorbestraft. Erst im März wurde er zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt, weil er nach einem Verkehrsunfall eine Holzpalette auf seinen Unfallgegner geworfen hatte. Schon seit 2010 war er mit Drohungen, Diebstählen und Sachbeschädigungen aufgefallen. Gewalttätig soll er auch gegenüber seiner Frau gewesen sein.

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