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Drei tote Polizisten in Baton Rouge: Zwei Tatverdächtige auf der Flucht

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In Baton Rouge, im südlichen US-Bundesstaat Louisiana, haben offenbar drei Unbekannte das Feuer auf Polizisten eröffnet.

Nach Angaben des Bürgermeisters Kip Holden wurden dabei drei Beamte getötet und drei weitere verletzt.

Zwei Tatverdächtige auf der Flucht

Mindestens ein Tatverdächtiger wurden erschossen. Nach Angaben eines Polizeisprechers rechnet die Polizei damit, dass möglicherweise zwei weitere Angreifer in den Vorfall verwickelt waren – sie könnten auf der Flucht sein. Die Polizei bittet daher die Bevölkerung, alle Auffälligkeiten zu melden.

Gefahndet wird nach möglicherweise vermummten Männern, die ganz in Schwarz gekleidet sind.

Zu dem Vorfall kam es zwischen acht und neun Uhr morgens Ortszeit, am Airline Highway, an einer Tankstelle in Baton Rouge.

Wie der US-Sender CNN berichtet, hatte ein Anrufer einen verdächtigen Mann mit Waffe gemeldet. Als die Beamten eintrafen, soll er das Feuer eröffnet haben.

Anwohnern wurde geraten, sich nicht dem Tatort zu nähern und in den Häusern zu bleiben. Das Gebiet wurde nach Sprengstoff durchkämmt. Drei Stunden nach Beginn des Einsatzes gab es diesbezüglich Entwarnung.

Zum Hintergrund der Tat ist bisher nichts bekannt.

Todesdrohungen gegen Polizisten in Baton Rouge

Allerdings war Anfang Juli in Baton Rouge der Afroamerikaner Alton Sterling von einem Polizeibeamten erschossen worden. Das Video der Festnahme, bei der der 37-jährige aus nächster Nähe erschossen wurde, sorgte weltweit für Empörung. Anschließend kam es in der Stadt zu zahlreichen Protestaktionen. Landesweit gingen erneut zahlreiche Menschen gegen Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA auf die Straße.

Wenig später erschoss ein Schütze in Dallas (Texas) fünf Polizisten während einer Kundgebung von Menschenrechtlern.

Offenbar hatte es auch in Louisiana Todesdrohungen gegen Polizisten von Baton Rouge gegeben. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, sei die Sorge vor Angriffen auf Polizeibeamte danach drastisch angestiegen.

Obama verurteilt Gewalt

US-Präsident Barack Obama erklärte, für die Gewalt gebe es keine Rechtfertigung. Die Motive seien zwar bislang unklar, doch es gebe niemals eine Rechtfertigung für Gewalt gegenüber Sicherheitskräften. Die Angreifer bezeichnete der Präsident als “Feiglinge”.

Trump äußert sich zu Schießerei in Baton Rouge

Der wahrscheinliche republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump hat per Facebook zu dem Vorfall in Baton Rouge Stellung bezogen. Er forderte “Recht und Ordnung” und warf der Regierung Führungsschwäche vor.

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