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Türkei-Tourismus nach Putschversuch: "Alles normal" beschwören Veranstalter

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Türkei-Tourismus nach Putschversuch: "Alles normal" beschwören Veranstalter

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Ein paar Zahlen aus der Türkei: Nach dem Putschversuch am Wochenende sind mehr als 18.000 Menschen tot, verletzt, inhaftiert oder von ihrem Posten entfernt. Gleichzeitig ist Hauptsaison an den Stränden am Mittelmeer mit 200.000 Urlaubern allein aus Deutschland. Die Veranstalter Thomas Cook und TUI haben 41.000 Kunden vor Ort.

Fluggesellschaften und Reiseveranstalter waren am
Sonntag nach dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei weitgehend wieder zur Normalität zurückgekehrt, die Lage in den Urlaubsorten sei ruhig, so Sprecher von TUI, Thomas Cook und DER Touristik.

«Wir kehren weitgehend zum normalen Betrieb zurück», so auch ein Lufthansa-Sprecher am Sonntag. Nur je ein Hin- und ein Rückflug zwischen Ankara und München und eine Verbindung Istanbul-Frankfurt seien am Sonntag gestrichen worden.

Nach dem Putschversuch am Freitagabend hatten mehrere Airlines am Samstag Flüge nach Istanbul und Ankara gestrichen. Die Urlaubsregionen des Landes wie Antalya, Izmir oder Dalaman dagegen wurden von vielen Fluggesellschaften auch am Samstag planmäßig angeflogen.

In den touristischen Regionen am Mittelmeer, die zum Teil weit entfernt sind von Istanbul und Ankara, entschlossen sich nach Angaben von Reiseveranstaltern nur wenige Urlauber aus Deutschland, nach Hause zurückzukehren – bei der TUI 30 von 18.000. Bei Thomas Cook hatte am Samstag noch ein Viertel der Türkei-Reisenden den Flug abgesagt, mittlerweile seien es nur noch fünf Prozent.

Angesichts von Anschlägen in der Türkei waren die Buchungszahlen aus dem deutschen Markt in der gesamten Reisebranche allerdings bereits eingebrochen.

Nach Militäraktion und Gegenreaktion dürften Hoffnungen zerplatzen, die Reisebuchungen wiederzubeleben – nach 10 Prozent Rückgang im ersten Quartal dieses Jahres. Reisemarktforscher von “Euromonitor International”, London, sehen die Zahl der internationalen Besucher in die Türkei in diesem Jahr um 5,2 Prozent sinken, auf 32,9 Millionen.

Nach mehreren Terroranschlägen waren gut ein Drittel weniger ausländische Feriengäste in die Türkei gereist. Voriges Jahr kamen rund 5,6 Millionen Bundesbürger. In den ersten fünf Monaten 2016 zog es nach Angaben des türkischen Fremdenverkehrsamts ein Viertel weniger Deutsche ins Land. Die Zahl der russischen Türkeibesucher war bis Mai im Jahresvergleich sogar um mehr als 90 Prozent gesunken. Erst Ende Juni hatten beide Länder nach gut einem halben Jahr einen Streit über den offenkundigen Abschuss eines russischen
Kampfflugzeugs im syrisch-türkischen Grenzgebiet beigelegt, und der russische Präsident Wladimir Putin hatte ein Charterflugverbot aufheben lassen. Zuvor hatte Erdogan in einem Brief an Putin sein Bedauern über den Zwischenfall geäußert.

Das Auswärtige Amt in Berlin: “Reisenden in Istanbul und Ankara wird bis zur vollständigen Klärung der Lage weiterhin zu äußerster Vorsicht geraten”, besonders auf öffentlichen Plätzen für Menschenansammlungen.

su mit dpa, Reuters

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