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Pew-Institut: Ungarn ausländerfeindlicher als seine Nachbarn

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Pew-Institut: Ungarn ausländerfeindlicher als seine Nachbarn

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Ungarn ist eins der ausländerfeindlichsten Länder Europas, sagt das US-amerikanische Pew-Forschungszentrum. Das kommt nicht unerwartet, war das mitteleuropäische Land in dieser Kategorie wiederholt auf den vorderen Plätzen.

Vorurteile gegen Moslems

Demzufolge hat in Ungarn der größte Anteil der Bevölkerung (72%) ein negatives Bild von Muslimen. Danach folgt Polen, Spanien liegt bei 50%, während in Frankreich die wenigsten Befragten ein negatives Bild von Muslimen haben – obwohl dort prozentual die meisten von ihnen leben.

Die Ausländerfeindlichkeit in Ungarn nahm erstmals 2010 stark zu, erklärt Endre Sik, Professor an der ELTE Universität. Seit diesem Jahr sind Viktor Orban Ministerpräsident und die rechtsextreme Jobbik-Partei im Parlament. Sik meint, “seit 1992 untersuchen wir Ausländerfeindlichkeit. Wir haben folgende Tendenz beobachtet: Zuerst nahm sie langsam, dann ab 2010 schneller zu, 2015 erreichte sie Höchstwerte und Anfang diesen Jahres den höchsten Stand überhaupt.”

Historischer Hintergrund

Dem Forscher zufolge liegen die Gründe in Politik und Geschichte verankert. Schließlich war das Land lange isoliert und in Kriegen meist auf der Verliererseite. 2015 kamen mit einem Mal zahlreiche Flüchtlinge nach Ungarn.

Gegen sie machte die ungarische Regierung Stimmung, indem sie vor wachsender Arbeitslosigkeit warnte. Zitat: “Kommt ihr nach Ungarn, dürft ihr den Menschen keine Arbeitsplätze wegnehmen.”

Sorge um Wirtschaft

Daher mag sich erklären, dass laut PEW-Forschungszentrum 82% der Befragten in Ungarn denken, Flüchtlinge hätten einen negativen Einfluss auf die Wirtschaft. Polen kommt an zweiter Stelle. Deutschland, wo viele Migranten arbeiten, bildet das Schlusslicht.

Verbindung Immigration und Terror?

Derzeit lanciert die Regierung eine neue Kampagne, in der Terrorismus direkt mit Migranten in Verbindung gebracht wird.

Laut Forschungszentrum sind bereits 76% der befragten Ungarn überzeugt, durch die Flüchtlinge würde der Terrorismus im Land zunehmen. euronews hat beim Meinungsforscher des Political Capital Instituts Attila Juhász nachgefragt: “Während die erste Regierungskampagne sich eher an den Verstand richtete – mit Botschaften wie Immigranten nähmen den Ungarn Arbeitsplätze weg, spricht die neue Kampagne die Gefühle an, indem sie Angst vor Verbrechen und Terror schürt. Dadurch wird die Ausländerfeindlichkeit noch weiter steigen.”

Aus der Umfrage des Pew-Forschungsinstituts geht auch hervor, dass Deutschland und Schweden die einzigen Staaten sind, in denen mindestens die Hälfte meint, Flüchtlinge stärkten die Nation durch ihre Arbeit und ihr Talent.

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