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Flüchtlingskinder im Libanon: Bildung kommt zu kurz

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Flüchtlingskinder im Libanon: Bildung kommt zu kurz

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Rund 1,1 Millionen syrische Bürgerkriegsflüchtlinge leben im Nachbarland Libanon – und das bei einer Einwohnerzahl, die von den Vereinten Nationen mit viereinhalb Millionen angegeben wird.

Ein Bericht der Organisation Human Rights Watch offenbart jetzt, wie schwierig die Lage mitunter vor allem für minderjährige Vertriebene ist. 250.000 Flüchtlingskinder im Libanon gehen demzufolge nicht zur Schule. Das Bildungsministerium des Landes hatte es sich eigenen Angaben nach zur Aufgabe gemacht, alle Kinder und Jugendlichen zwischen drei und 18 Jahren in Bildungseinrichtungen unterzubringen.

Ein syrischer Flüchtlingsjunge erzählt von seinen Erfahrungen: “Ich mag die Schule nicht. Man lernt nichts und man wird geschlagen. Ich gehe seit sieben Monaten nicht mehr hin. Ich will arbeiten und Geld für meine Familie verdienen. Wir wollen doch etwas essen. Ich möchte mir etwas kaufen können, mit meinem Fahrrad fahren und Fußball spielen.”

Human Rights Watch kritisiert zudem, behinderte Kinder seien Diskriminierungen ausgesetzt. Sie seien von öffentlichen Schulen ausgeschlossen, heißt es in dem Bericht. Die örtlichen Behörden wiederum beklagen fehlende Mittel, um entsprechende Bildungsangebote machen zu können.

Ein weiteres Problem ist Human Rights Watch zufolge die Vergabe von Aufenthaltsgenehmigungen. “Wir fordern die libanesische Regierung auf, umgehend die Aufenthaltsbestimmungen zu ändern und vor allem die Regelung, nach der für Syrer jährlich eine Gebühr in Höhe von 200 Dollar anfällt, sie einwilligen müssen, nicht zu arbeiten oder einen libanesischen Geldgeber finden müssen, um legal im Land zu bleiben”, sagt Bassam Khawaja von Human Rights Watch.

Der Bürgerkrieg in Libanons Nachbarland Syrien hat seit März 2011 mehr als 280.000 Tote gefordert, Millionen haben die Flucht ergriffen. Schätzungen der libanesischen Behörden gehen davon aus, dass zu den rund 1,1 Millionen aufgenommenen Flüchtlingen noch 400.000 weitere zu zählen sind, die nicht offiziell erfasst sind.

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