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Münchner Amoklauf war lange geplante Nachahmungstat

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Münchner Amoklauf war lange geplante Nachahmungstat

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Der Amokläufer von München hat seine Tat ein Jahr lang vorbereitet und dazu ähnlich wie der norwegische Massenmörder Anders Behring Breivik ein Manifest verfasst. Der Amokschütze sei ferner selbst nach Winnenden gefahren, um sich am Ort des Schauplatzes des Amoklaufs umzusehen, erklärte LKA-Präsident Robert Heimberger. Dort habe er auch Fotos gemacht. In Winnenden bei Stuttgart fand am 11.03.2009 ein Amoklauf an der Albertville- Schule statt. Damals tötete ein Teenager 16 Menschen und richtete sich anschließend – wie der Münchner Amokläufer – selbst.

Einen politischen Hintergrund des Münchner Amoklaufs schließen die Behörden aus. Nach Erkenntnissen des LKA-Präsidenten Heimberger spielte der Täter intensiv gewaltverherrlichende Videospiele wie “Counterstrike”:

“Nach derzeitigem Ermittlungsstand und der Analyse seines Computers sowie von Dokumenten hat der Tatverdächtige seine Tat seit einem Jahr geplant, also seit vergangenem Sommer.”

Die Tatwaffe, eine Pistole, beschaffte sich der Deutsch-Iraner offenbar in einem anonymen Bereich des Internets, dem “Darknet”.

Bei der Wohnungsdurchsuchung fanden die Ermittler Behandlungsunterlagen zu einer psychischen Erkrankung des Amokläufers und Medikamente. Der Schüler sei zwei Monate in stationärer Behandlung gewesen, habe unter “sozialen Phobien” und Depressionen gelitten. Ein letzter ärztlicher Kontakt habe im Juni 2016 festgestellt werden können.

Die Ermittler wissen noch nicht, warum der Amokläufer das Einkaufszentrum als Tatort und den Tatzeitpunkt ausgesucht hat.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sprach sich unterdessen für Bundeswehr-Einsätze bei besonderen Terrorlagen aus: “Die Bundeswehr muss, wohlgemerkt immer unter Federführung der Länder, die für die innere Sicherheit zuständig sind, in Fällen akuter, extremer Bedrohung auch im Inneren zum Schutz der Bürger eingesetzt werden können”, sagte Herrmann am Sonntag.

Während des Amoklaufs in München wurden Feldjäger, quasi die Polizei der Bundeswehr, in Bereitschaft versetzt. Bundeswehreinsätze bei Terroranschlägen im Inneren sind umstritten.

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