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Verizon hat laut Medienberichten (Finanzdienst “Bloomberg” und «Wall Street Journal») den Bieterwettstreit um das Yahoo-Kerngeschäft für sich entschieden. Zum Schnäppchen-Preis von 4,4 Milliarden Euro verleibt sich der US-Telekomkonzern den Internet-Pionier ein. Verizon übernehme auch einen Teil der Yahoo-Immobilien, mindestens, hieß es unter Berufung auf Insider.

Laut Insidern will der Telekom-Riese Yahoo mit seiner Internet-Sparte AOL zusammenlegen, um so einen schlagkräftigeren Konkurrenten für Google und Facebook bei Online-Werbung aufzubauen.

«Es wird eine harte Integration», schrieb das bei Yahoo sehr gut vernetzte Technologieblog «Recode».

James Ratcliffe, The Buckingham Research Group, New York:

“Verizon hat 140 Millionen Kunden in den USA und sie können Werbung effektiver platzieren, wenn sie mithilfe von Verizon im Web surfen. Sie können ihr Wissen über die Kunden einsetzen.”

Yahoo hatte sich zum Verkauf gestellt, nachdem es nicht gelungen war,
die Beteiligung an der chinesischen Handelsplattform Alibaba
steuerfrei für die Aktionäre abzuspalten. Nun wird stattdessen das
Kerngeschäft abgestoßen. Beteiligungen, etwa an Alibaba oder an Yahoo Japan, mit einem aktuellen Wert von rund 36 Milliarden Euro bleiben bei dem
bisherigen Unternehmen.

Yahoo war vor mehr als 20 Jahren als Verzeichnis von Webseiten gegründet worden. Die Stanford-Studenten Jerry Yang und David Filo nannten ihr Baby – Google oder Facebook waren noch lange nicht in Sicht – augenzwinkernd «Yet Another Hierarchically Organized Oracle» (noch so ein hierarchisch geordnetes Orakel). Doch das Web wurde schnell zu groß für diese Art von Katalogisierung. Damit schlug die Stunde von Internet-Suchmaschinen wie Google, die Inhalte selbst erfassen und und nach einem Algorithmus sortieren. Über die Jahre gaben die Yahoo-Gründer anderen aufstrebenden Kräften wie Larry Page und Sergey Brin (Google) generös Tipps oder versuchten, ihre Ideen zu kaufen (Mark Zuckerberg, Facebook).

Yahoo-Dienste wie etwa E-Mail haben hunderte Millionen Nutzer, Yahoo tat sich jedoch schon seit Jahren schwer, das in Einnahmen umzumünzen. Das Geld wird vor allem mit Online-Werbung gemacht – und in diesem Geschäft wurde Yahoo immer mehr von Google und Facebook abgehängt.

Heute ist Facebook rund 320 Milliarden Euro wert, die Google-Mutter Alphabet mehr als 450 Milliarden Euro – und Yahoo geht für keine fünf Milliarden über den Ladentisch.

Mehrere Chefs hatten erfolglos versucht, das Steuer bei Yahoo
herumzureißen. Zuletzt hatte die ehemalige Google-Managerin Marissa
Mayer vier Jahre Zeit dazu. Sie setzte auf einen Ausbau des
Medienangebots, Investitionen in eigene Anstrengungen bei der
Web-Suche und wollte jüngere Nutzer mit dem Kauf der Blog-Plattform
Tumblr für rund eine Milliarde Dollar anlocken. Doch zuletzt fielen
die Netto-Werbeerlöse allein im vergangenen Quartal um rund ein
Fünftel und über zwei Runden von Wertberichtigungen sind rund zwei
Drittel des Tumblr-Kaufpreises raus aus den Büchern.

Auf Tumblr erklärte Mayer, dass sie bleiben möchte. Sollte die 40-Jährige nach der Übernahme gefeuert werden, stehen ihr rund 50 Millionen Euro Vergütung zu. Auch nach Mayers Stellenkürzungen hat der Internet-Pionier immer noch rund 8.800 Mitarbeiter – und AOL gehört bereits ein eigenes kleines Online-Medienimperium von «Huffington Post» bis zu den Technologieblogs «TechCrunch» und «Engadget».

Sigrid Ulrich mit dpa

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