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Anschlag auf Kirche in Frankreich: Ein Täter Behörden offenbar bekannt

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Anschlag auf Kirche in Frankreich: Ein Täter Behörden offenbar bekannt

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Die tödliche Geiselnahme in einer Kirche in Nordfrankreich war ein Terroranschlag. Die Geiselnehmer haben sich auf den sogenannten Islamischen Staat berufen. Das sagte Frankreichs Präsident François Hollande bei einem Besuch am Tatort in Saint-Étienne-du-Rouvray. Der Präsident nannte die Tat einen “schändlichen Terroranschlag”. Nähere Einzelheiten nannte er nicht. Der sogenannte Islamische Staat hat mittlerweile auch die Verantwortung für den Anschlag übernommen.

Ein Angreifer war bereits in Haft

Einer der beiden Angreifer war den Sicherheitsbehörden offenbar bekannt. Es gebe zu dem Mann einen Eintrag in einer Datenbank mit als radikalisiert eingestuften Personen, berichtete die Nachrichtenagentur AFP und beruft sich auf Ermittlerkreise. Er habe demnach im Vorjahr versucht, nach Syrien zu gelangen. Bei seiner Rückkehr nach Frankreich wurde dann ein Anklageverfahren gegen ihn eröffnet, unter anderem wegen des Verdachts auf Verbindungen zu einer Terrororganisation. Der Mann kam vorübergehend in Haft und wurde später mit einer elektronischen Fußfessel wieder freigelassen.

Verdächtiger festgenommen

Die Polizei nahm inzwischen einen Mann in Gewahrsam. Das erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus Ermittlerkreisen. Nähere Informationen zu dem Mann seien nicht bekannt. Die Angreifer waren am Dienstagvormittag in die Kirche in Saint-Étienne-du-Rouvray eingedrungen und hatten fünf Geiseln genommen. Sie töteten den 84-jährigen Priester. Eine der Geiseln, eine Nonne, berichtete, die Angreifer hätten den Geistlichen auf die Knie gezwungen. Er habe versucht, sich zu verteidigen, und dann habe das Drama begonnen. Demnach filmten die Täter die Szene. Sie selbst sei unbemerkt geflohen, als einer der Täter dem anderen ein Messer gereicht habe, sagte die Nonne. Die Frau alarmierte daraufhin nach eigenen Angaben einen Autofahrer. Eine weitere Geisel wurde sehr schwer verletzt und schwebe zwischen Leben und Tod, sagte der Sprecher des Pariser Innenministeriums, Pierre-Henry Brandet.

Die Polizei erschoss die beiden Täter, als sie das Gotteshaus verließen – unter welchen Umständen, ist noch unklar. Die Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen.

Hollande verspricht Katholiken Hilfe

“Ich schreie zu Gott”, sagte der Erzbischof von Rouen, Dominique Lebrun. Frankreichs Premierminister Manuel Valls verurteilte die barbarische Attacke. Ganz Frankreich und alle Katholiken seien verletzt worden, teilte er mit. Präsident Hollande versprach den französischen Katholiken seine Unterstützung und setzte für Mittwoch ein Treffen mit den Vertretern der Glaubensgemeinschaften an.

Papst Franziskus hat die Geiselnahme in der Kirche als “sinnlose Gewalt” verurteilt und für die Opfer gebetet. Der Papst sei informiert und nehme teil am Schmerz und am Grauen der sinnlosen Gewalt. Er verurteile jede Form von Hass auf das Schärfste, erklärte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi.

Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy hat unterdessen die Pariser Regierung scharf kritisiert. Es handele sich um einen Krieg, sagte Sarkozy am Dienstag, “und wir haben keine andere Wahl, als diesen zu führen und zu gewinnen.” Der Parteichef der konservativen Republikaner forderte die Regierung
auf, unverzüglich Maßnahmen umzusetzen, die seine Partei seit Monaten fordere. Der Feind, so Sarkozy, kenne kein Tabu, keine Grenzen, keine Moral.

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