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Gedenken in Frankreich: "Wir zeigen den Terroristen, dass Gott für Liebe steht"

Nach dem Kirchenangriff in der Nähe von Rouen haben sich in Lyon und anderen französischen Großstädten zahlreiche Menschen zu gemeinsamen Gebeten versammelt.

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Gedenken in Frankreich: "Wir zeigen den Terroristen, dass Gott für Liebe steht"

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Nach dem Kirchenangriff in der Nähe von Rouen haben sich in Lyon und anderen französischen Großstädten zahlreiche Menschen zu gemeinsamen Gebeten versammelt. Vor der Lyoner Kathedrale Saint Jean kamen Offizielle der Stadt mit Kirchenvertretern und Gläubigen ins Gespräch.

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"Gott vereint uns angesichts von Gräueltaten"

Der Lyoner Bischof Monseigneur Le Gal drückte seine Trauer so aus:

“Einige Dinge sind schmerzhaft, man möchte nicht über sie reden, man verdrängt sie, aber plötzlich treffen sie einen wie ein Schlag ins Gesicht. Die Wahrheit kann befreiend wirken. Konfrontiert mit der Wahrheit, können wir erkennen, zu was wir fähig sind. Als die Titanic auf den Eisberg prallte, war sie dem Untergang geweiht. Vorher kann man reagieren. Heute, Morgen und Übermorgen sind Fragen zu stellen. Jede einzelne Person muss gemäß ihrer Verantwortungen und ihres Fachwissens handeln.”

Vor der Kathedrale kamen Gläubige unterschiedlicher Konfessionen zusammen, um ihre Anteilnahme zu zeigen. Ein Muslim sagte:

“Ich wollte unbedingt hierher, um meine Solidarität und Trauer mit den Christen zu teilen. Auch uns Muslime macht dieses Ereignis zutiefst betroffen.”

Eine Christin sagte:

“Wir zeigen den Terroristen, dass Gott für Liebe steht. Gott vereint uns angesichts von Gräueltaten. Unschuldige Menschen anzugreifen – das ist kein Krieg, den sie kämpfen, weil sie unbewaffnete Menschen ins Visier nehmen.”

euronews-Reporter Frederic Ponsard kommentierte vor der Kathedrale Saint Jean::

“Die Emotionen sind überall in Frankreich groß, wie hier in Lyon, einer besonders katholischen Stadt. Bestürzung, Unruhe, Traurigkeit – die Gefühle sind gemischt. Die Kirche ruft zur Besinnung auf, will beruhigen und, trotz allem, Botschaften der Vergebung und der Hoffnung aussenden.”