Eilmeldung

Sie lesen gerade:

Medien: Stromkonzern EDF segnet umstrittenes Projekt "Hinkley Pont" in England ab

unternehmen

Medien: Stromkonzern EDF segnet umstrittenes Projekt "Hinkley Pont" in England ab

Werbung

Der Verwaltungsrat des größtenteils staatlichen französischen Stromkonzerns EDF (Électricité de France) hat einem Bericht zufolge für den umstrittenen Bau zweier neuer Atomreaktoren in Großbritannien gestimmt. Das meldete die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Insider.

Kurz vor der Entscheidung hatte Gérard Magnin, Mitglied des EDF-Verwaltungsrats, seinen Rücktritt eingereicht – laut Medien (Wirtschaftszeitung «Les Échos»), weil sich der Schwerpunkt des Konzerns sich noch mehr in Richtung Kernkraft verschiebe.

Im März war schon Thomas Piquemal zurückgetreten, bis dato EDF-Finanzchef, weil er Zweifel hatte, ob EDF die Milliardeninvestition stemmen kann.

Das Projekt in Hinkley Pont an der Westküste Englands soll rund 21,5 Milliarden Euro kosten, rund ein Drittel sollen chinesische Partner schultern.

In Hinkley Point an der westenglischen Küste sollen zwei neue
Druckwasserreaktoren des Typs EPR entstehen. Die Reaktoren sollten 2025 in Betrieb gehen, sechs Millionen Haushalte versorgen und 25.000 Arbeitsplätze schaffen. Hinkley Point soll in EPR-Technologie (European Pressurized Reactors) errichtet werden. EPR ist der größte Kernreaktor-Typ des französischen Nuklearkonzerns Areva, vier Kraftwerke sind in Bau, Jahre hinter dem Zeitplan und Milliarden über dem Budget. Ein Prototyp noch nirgends fertiggestellt.
EDF ist zu mehr als 80 Prozent im Besitz des französischen Staates.

Der Konzern musste im vergangenen Jahr deutliche Gewinneinbußen
hinnehmen und will bis 2018 fünf Prozent seiner Arbeitsplätze in
Frankreich abbauen. Gewerkschaften hatten daraufhin gefordert, den
teuren Neubau in England zu stoppen oder zu verschieben. Die
Pariser Regierung hatte sich aber immer wieder hinter das Projekt
gestellt.

su mit AFP, dpa

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden.euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

Nächster Artikel