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Nach Priester-Mord in Nordfrankreich: Muslime und Christen trauern Seite an Seite

Drei Tage nach dem islamistischen Mord an einem französischen Priester nahe Rouen haben Einwohner in seinem Heimatort an Jacques Hamel erinnert.

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Nach Priester-Mord in Nordfrankreich: Muslime und Christen trauern Seite an Seite

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Drei Tage nach dem islamistischen Mord an einem französischen Priester nahe Rouen haben Einwohner in seinem Heimatort an Jacques Hamel erinnert.

Muslime und Christen hielten eine gemeinsame Schweigeminute. Vor der Kirche in Saint-Étienne-du-Rouvray legten zahlreiche Menschen Blumen nieder.

Beim Freitagsgebet in der Moschee der Kleinstadt warnte Pfarrer Auguste Moanda zuvor vor einer Vermengung von extremistischen Attentaten und dem Islam: “Dieses Ereignis sollte unsere freundschaftlichen Beziehungen und unsere Brüderlichkeit stärken. Wir müssen Brücken statt Mauern bauen. In unserer Gesellschaft werden immer mehr Mauern gebaut und wir Menschen müssen ein Exempel statuieren für das Brückenbauen zwischen den Gemeinden.”

Die Moschee ist selbst ein Zeichen der freundschaftlichen Beziehung zwischen den Religionen der Kleinstadt: Der Baugrund war einst ein Geschenk der Pfarrgemeinde.

Der Imam der Gemeinde, Abdellatif Hmitou, erklärte: “Der Herr möge unsere Herzen verschließen vor allen Hass-Stimmen, allen mörderischen Stimmen und allen jenen Stimmen, die uns glauben lassen, dass das Töten eines Menschen den Erniedrigungen Abhilfe schaffen kann, die viele Muslime in der ganzen Welt ertragen müssen.”

Zwei Angreifer hatten am Dienstag während der Morgenmesse in der Kirche der Kleinstadt Geiseln genommen und den 86-jährigen Geistlichen getötet. Die Polizei erschoss die beiden Attentäter. Die IS-Miliz übernahm die Verantwortung für die Tat.