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Oppositionsproteste in Armenien: Besetzer einer Polizeistation töten offenbar erneut Polizisten

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Oppositionsproteste in Armenien: Besetzer einer Polizeistation töten offenbar erneut Polizisten

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In Armenien haben bewaffnete Oppositionelle am Samstag offenbar einen weiteren Polizisten erschossen. Nach Angaben der Behörden wurde der Beamte mit einem Scharfschützengewehr getötet – von einer seit zwei Wochen durch die Oppositionellen besetzten Polizeistation aus.

Der nationale Sicherheitsdienst des Landes erklärte daraufhin die laufenden Verhandlungen mit den Besetzern für beendet und kündigte für den frühen Nachmittag die Stürmung an. Sie blieb bis zuletzt aber aus.

Schon am Freitagabend waren auf den Straßen der Hauptstadt Eriwan bei Zusammenstößen zwischen Regierungsgegnern und er Polizei Schüsse gefallen, es gab mehrere Verletzte. Internationale Journalisten berichteten von Übergriffen gegen sie durch die Polizei.

Die Polizeistation war schon am 17. Juli von etwa einem Dutzend Männern unter ihre Kontrolle gebracht worden. Dabei starb ein erster Polizist, die Angreifer erbeutet Waffen und nahmen zunächst mehrere Personen als Geiseln. Sie fordern die Freilassung ihres inhaftierten Oppositionsführers und den Rücktritt des Präsidenten Sersch Sargsjan.

In der Station sollen sich neben den Besetzern noch einige Sanitäter befinden, die dort am Mittwoch Verletzten versorgten. Ob sie gegen ihren Willen festgehalten werden, ist unklar.

Der ehemalige Armeekommandant und Oppositionsführer Jirair Sefilian war im Juni unter anderem wegen Landfriedensbruchs und Waffenbesitz festgenommen worden. Seiner außerparlamentarischen Oppositionspartei sollen auch Veteranen der Kämpfe um Bergkarabach angehören. Sie werfen der politischen Führung Versäumnisse in der Sozialpolitik und Korruption vor.

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