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Modigliani in Budapest

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Modigliani in Budapest

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Genau Hinschauen lohnt sich in dieser Ausstellung: Die ungarische Nationgalerie in Budapest hat wunderschöne Aktbilder und Portäts des italienischen Meisters Amedeo Modigliani zusammengetragen. Insgesamt über 80 Werke aus Museen und Privatsammlungen auf der ganzen Welt. Auch das (2015 für 7,5 Millionen Dollar versteigerte) Porträt des Jean Alexandre mit einer Besonderheit.

Anna Zsófia Kovács, Kuratorin: “Auf der Rückseite befindet sich ein Frauenakt, den Modigliani zuerst malte, aber nicht damit zufrieden war und das Gemälde abbrach. Weil er kein Geld hatte, benutzte er dieselbe Leinwand, um das Porträt von Jean Alexandre anzufertigen, das dessen Bruder Paul bei ihm in Auftrag gegeben hatte.”

Modigliani schuf mehr als dreißig Skulpturen. Wie den den langen Fraunkopf “Tête”, der 2010 bei einer Auktion in Paris 65 Millionen US-Dollar erzielte. Berühmt sind auch die drei Fälschungen, die man 1984 in einem Kanal von Livorno fand – und die angeblich einst der Künstler wutentbrannt dort hineingeworfen haben soll. Studenten hatten sich jedoch – wie sich erst nach einem heftigen Expertenstreit herausstellte – einen Scherz erlaubt.

Anna Zsófia Kovács, Kuratorin: “Zwischen 1909 und 1914 wollte Modigliani den Tempel der Menschheit bauen. Es war ein ausgesprochen utopisches Avantgarde-Projekt, andere Künstler wie zum Beispiel Jacob Epstein oder Constantin Brancusi hatten ähnliches Pläne. Modigliani schuf Skulpturen als dekorative Steine um Säulenköpfe für diesen Tempel.”

Auch die berühmte Aktserie, die Modigliani zwischen 1916 und 1917 anfertigte, ist in der Werkschau vertreten. Aus dem Osaka City Museum für Moderne Kunst kommt der “Liegende Akt mit offenem Haar” – zu bewundern noch bis zum 2. Oktober in Budapest.

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