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Armenien: Besetzer einer Polizeikaserne ergeben sich

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Armenien: Besetzer einer Polizeikaserne ergeben sich

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In Armenien haben sich die bewaffneten Besetzer einer Polizeikaserne den Behörden ergeben. Der Geheimdienst nahm die letzten 20 Regierungsgegner am Sonntagabend in der Hauptstadt Jerewan fest. Die bewaffneten Oppositionellen waren vor zwei Wochen in die Kaserne eingedrungen und hatten seitdem zwei Polizisten erschossen, mehrere Menschen verletzt und zeitweise Geiseln festgehalten.

Ziel der Oppositionellen war es, den nationalistischen Oppositionspolitiker Schirair Sefiljan freizupressen. Er war wegen unerlaubten Waffenbesitzes verhaftet worden. Außerdem wollten sie zum Aufstand gegen Präsident Sersch Sargsjan aufrufen. Sprecher der Oppositionellen erklärten, der Kampf gegen den Präsidenten werde trotzdem fortgesetzt. Die Besetzer hatten viel Unterstützung in der Bevölkerung erfahren. Am Freitag löste die Polizei eine Solidaritätskundgebung gewaltsam auf. Es gab viele Verletzte. Mehr als 160 Demonstranten wurden festgenommen, gegen 26 erging Haftbefehl.

Sänger der Band “System of a Down” meldet sich zu Wort

In der angespannten Lage rief der armenisch-stämmige US-Rockstar Serj Tankian zu Besonnenheit auf. “Das Wichtigste ist jetzt, das Blutvergießen auf Eriwans Straßen zu stoppen”, schrieb der Sänger der Band “System of a Down” auf Facebook. Jahrelange Korruption, Polizeibrutalität, Wahlfälschungen und wirtschaftliche Aussichtslosigkeit unter Sargsjan machten die Stimmung explosiv, warnte er. Das Land brauche dringend demokratische Reformen. Tankian rief die Armenier dazu auf, die Zivilgesellschaft im Land zu stärken.

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