Eilmeldung

Sie lesen gerade:

Les Rencontres Arles - Meister der Fotografie

Cult

Les Rencontres Arles - Meister der Fotografie

Mit Unterstützung von

Les Rencontre Arles

Anfang Juli wird die Südfranzösische Stadt Arles zu einem gigantischen Ausstellungsfest für Fotografie. Das renommierte Festival Les Rencontre Arles zeigt bedeutende Meister der Fotokunst – und neue Trends. In diesem Jahr unter den großen Klassikern zu sehen: Don McCullin, Kriegsberichterstatter.

40 Austellungen

Sam Stourdzé ist künstlerischer Leiter des Festivals. Er erklärt: “Die Fotografie erzählt die Welt mit verschiedenen Stimmen – hier in Arles wandert man von einem Thema zum anderen. Unsere Besucher können in zwanzig verschiedene, über die Stadt verteilte Räume eintreten. Hier sind wir in der Kirche St.Anne, die uns den Sommer über überlassen wurde. Und es ist der große Don McCullin, einer der wichtigsten Kriegsfotografen des 20. Jahrunderts, den wir hier in einer sehr ungewöhnlichen Ausstellung zeigen – denn wir zeigen alles – außer den Krieg. Der Krieg ist in den Vitrinen, auf den Seiten der Zeitungsjournale präsent. Aber an den Wänden haben wir hunderte Fotos, die die Arbeiten vorher und nachher zeigen – und die vor allem zeigen, das bei McCullin die Idee des Konflikts immer gegenwärtig war.”

Fotobegeisterte Besucher

Überall in den Straßen von Arles zu sehen: Das Erkennungszeichen der eingeschworenen Festivalgemeinde: der Fotoapparat. Offiziell haben sich 13000 Fotografen akkreditiert. In rund vierzig Ausstellungen werden 3500 Fotografien gezeigt. Die Stimmung der Besucher – entspannt.

Seamus Murphy

Der irische Fotograf Seamus Murphy hat ein Projekt mit der Sängerin PJ Harvey gestaltet.Titel: “The Hollow of the Hand”.Er erzählt:“Ich habe die Musikerin PJ Harvey getroffen und sie hatte meine Arbeiten aus Afghanistan gesehen, und sie mochte sie und wollte einige der Fotos für ihr aktuelles Album, an dem sie gerade arbeitete, mit dem Titel “Let England Shake”. Also sind wir zusammengekommen und haben dieses Projekt hier mit einigen Filmen für ihr letztes Album gemacht, wir haben uns entschieden, von Anfang an für das Projekt zusammen zu arbeiten.” Der Fotograf und die Sängerin waren dafür gemeinsam in Afghanistan, in Washington und im Kosovo.Seamus erinnert sich:“Ich war in den späten 90ern während des Krieges im Kosovo. Und ich hatte Polly einige der Bilder gezeigt, als sie sich mit mir in Verbindung setzte. Sie war sehr an den Bildern interessiert und am Kosovo und verfolgte das ganze – als es die Flüchtlingskrise gab – und darum wollten wir dann unbedingt dorthin.”

Don Mc Cullin

Abend im antiken Theater von Arles – die Sängerin trägt ihre Gedichte zu den Fotoprojektionen Murphys vor. Der 2. Teil des Abends ist Don McCullin gewidmet. Der heute 80 jährige Meisterfotograf hat menschliche und politische Krisen und Konflikte porträtiert – von Berlin bis Vietnam, von Biafra bis hin zu den Heimatlosen im eigenen Land. Sein Archiv umfasst über 60000 Negative. Das Festival in Arles sieht er als wichtige Ausstellungsmöglichkeit, um seine Bilder zu zeigen. Denn die Medien, als einst wichtigste Plattform der Kriegsberichtfotografie, werden dieser Rolle heute nicht mehr gerecht, so McCullin hier ist der einzig mögliche Ort – die Zeitungen wollen diese Art Fotos nicht mehr. Sie wollen Spaßiges, sie wollen Geld machen. Sie wollen gut aussehende Menschen, Filmstars, Reiche, Fußballer. Sie wollen so etwas hier nicht. Sie wollen keine sterbenden Aidskranken. Sie glauben sie machen damit einen besseren Job. Aber sie tun uns damit einen sehr schlechten Dienst. Denn sie zensieren die Wahrheit des Lebens. Sie begraben die Tragödien, damit wir sie nicht sehen können.”

Die Foto-Ausstellungen in Arles sind noch bis Ende September zu sehen.

Nächster Artikel

Cult