Eilmeldung

Sie lesen gerade:

Terrorvorbeugung für Rio: Brasilianische Bundespolizei beobachtet Dreiländereck bei Iguacu

welt

Terrorvorbeugung für Rio: Brasilianische Bundespolizei beobachtet Dreiländereck bei Iguacu

Werbung

Auch bei den Olympischen Spielen in Rio gilt ideologisch oder religiös motivierter Terrorismus als ein potentielles Risiko. Erst im Juli nahm die brasilianische Bundespolizei ein Dutzend terroverdächtige Islamisten fest, die einen Anschlag während des Weltereignisses geplant haben sollen.

Zudem sind Waffen in Brasilien leicht beschaffbar. Das Dreiländereck mit Paraguay und Argentinien an den Iguacu-Wasserfällen gilt als wichtige Drehscheibe für illegale internationale Netzwerke und als Transitpunkt für Schmuggler.

“Wir überprüfen laufend, woher diese Waffen kommen. Die meisten werden nicht in Brasilien produziert, sie kommen aus Herstellerländern wie den USA über Paraguay herein”, so Fabiano Bordignon, Chef der Bundespolizei an den Iguacu-Fällen. “Was müssen wir also tun? Wir müssen mit diesen Ländern zusammenarbeiten, um zu verhindern, dass diese Waffen nach Brasilien gelangen.”

Rund 100 Personen haben die brasilianischen Behörden zur Terrorvorbeugung unter Beobachtung gestellt. Viele von ihnen sollen im Dreiländereck leben.

Die dortige islamische Gemeinde ist bemüht, keinen Generalverdacht aufkommen zu lassen: “Wenn wir jemanden verdächtigen bemerken, der ein Sicherheitsrisiko für den Rest des Landes darstellen könnte, dann ist es egal welche Religion oder Hautfarbe er hat. Dann müssen wir die nötigen Maßnahmen ergreifen und ihn bei den Sicherheitsbehörden melden”, so Sheikh Abdo Nasser Elkhatib, ein örtlicher Imam.

Auch bei den Anschlägen auf die israelische Botschaft und eine jüdisches Gemeindezentrum in Argentien in den Jahren 1992 und 1994 fanden die Ermittler logistische und finanzielle Verbindungen ins Dreiländereck. Als ein wahrscheinlicher Uhrheber der damaligen Anschläge gilt unter anderem die Hilsbollah im Libanon.

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden.euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

Nächster Artikel