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Schwimmende Solarenergie in Japan

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Schwimmende Solarenergie in Japan

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Der Markt für erneuerbare Energien boomt in Japan. Welche Möglichkeiten bieten sich den europäischen Unternehmen? Welche Technik benötigen die Japaner? Um mehr herauszufinden, haben wir uns in die Nähe von Kobe eine Anlage schwimmender Sonnenkollektoren angesehen. Der hier produzierte Strom wird an die größten Energieanbieter verkauft. Die französische Firma Ciel et Terre hat diese Solarmodule entwickelt, und stellt sie nun in großen Mengen in Japan her.

Neige Breant, eine Verkaufsmanagerin von Ciel et Terre, erklärt: “In Japan sind die Preise für den Verkauf von Strom sehr hoch. Zudem ist die Sonnenbestrahlung sehr gut. Es ist ein sehr bergiges Land. Es ist also sehr schwierig und teuer, Solarzentralen an Land zu installieren. Wasseroberflächen hingegen gibt es viele, mehrere Zehntausende. Das ist ein riesiges Potenzial für schwimmende Solarenergie.” Die Japaner sind von dem Produkt begeistert, da es innovativ, umweltfreundlich und einfach zu installieren ist. Hajime Mori, der Präsident von Ciel et Terre, betont: “Es ist sehr einfach, die einzelnen Flöße miteinander zu verbinden. Es ist wie Lego bauen.”

In Japan hat die französische Firma mehrere Partnerschaften geschlossen. Einer ihrer Partner ist der japanische Riese Kyocera. “Sie haben mit ihren schwimmenden Solarmodulen sehr gute Ergebnisse erzielt. Wir wußten, dass sie bereits mehrere Projekte in Japan durchgeführt hatten. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, mit ihnen zu arbeiten,” so der Manager von Kyocera, Toshihide Koyano.

Um seine Projekte zu finanzieren hat die französische Firma auch mit den größten Investoren des Landes Kontakte geknüpft. Hiroaki Ogino, ein Manager der Century Tokyo Leasing Corporation, erklärt: “In den vergangenen zwei Jahren haben wir in mehrere ihrer Anlagen investiert. Sie haben uns erklärt, dass sie noch größere internationale Projekte haben. Wir bauen auf sie und sind Aktionäre der Firma. Wir besitzen heute 15 Prozent ihrer Anteile.”

Bis dato hat die französische Firma rund 20 Anlage in Japan. Das jüngste Projekt wird in wenigen Monaten gebaut. “Im September werden wir damit anfangen, eine Installation auf dem Yamakura-Staudamm in der Nähe von Tokio zu bauen. Diese Installation wird eine Kapazität von mehr als 13 Megawatts haben. Hier z.B. sind es 1,2 Megawatt. Das neue Projekt wird also zwölf Mal größer sein. Es wird die größte Installation in Japan und sogar weltweit sein,” so Hajime Mori.

Die Firma hat sich in Japan einen guten Ruf erarbeitet und das hilft ihr auch, in anderen Ländern Fuss zu fassen. In einem Monat wird der Strommarkt liberalisiert. Konkret bedeutet das, dass die Japan, die erneuerbare Energien bevorzugen, ihren Stromanbieter aussuchen werden können. Experten rechnen damit, dass die Firmen mehr Solarstrom anbieten werden.

Bei der großen Messe der erneuerbaren Energien in Tokio war die Solarenergie natürlich auch stark vertreten. Ende des Jahres wird Japan zum zweitgrößten Markt für Solarenergie aufsteigen. Auf Platz eins ist Deutschland. Aber auch andere Energien sind im Kommen. Die japanischen Automobilhersteller z.B. setzen auf Wasserstoff-Autos. Auch in Bereichen wie der Biomasse und der Windenergie gibt es Möglichkeiten für europäische Unternehmen.

Der Green Business Experte Ali Izadi-Najafabadi arbeitet für Bloomberg. Er erklärt: “Sie haben bereits mit Projekten Erfahrung gesammelt. Ihre Projekte sind gewinnbringender, das macht sie so interessant. Wenn sie hierherkommen und sich mit japanischen Entwicklern zusammenschließen, dann gibt es für beide Seiten gute Möglichkeiten.”

Bei der UN-Klimakonferenz COP 21 hat Japan angeboten, seinen Treibstoffausstoß bis 2030 um 26 Prozent zu verringern. Ein Versprechen, dass den erneuerbaren Energien noch mehr Auftrieb geben wird.

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