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Bank of England reagiert auf Brexit-Schock

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Bank of England reagiert auf Brexit-Schock

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Die Bank of England hat den Leitzins von 0,5 Prozent auf ein Rekordtief von 0,25 Prozent gesenkt, der tiefste Stand seit 300 Jahren. Sechs Wochen nach dem Brexit-Votum hat die britische Notenbank damit auf die sich verschlechternden wirtschaftlichen Aussichten reagiert; seit dem Votum hat das Pfund 9 Prozent verloren. Inzwischen haben sich aber mehrere Indikatoren für die Wirtschaftsentwicklung eingetrübt.

Mark Carney, Gouverneur der Bank of England: “Die Kombination aus Nachfrage und Produktionsdaten läuft darauf hinaus, das das kumulierte Bruttoinlandsprodukt im Prognosezeitraum um 2,5 Prozent weniger wachsen wird als noch im Mai angenommen. Per saldo wird trotz des wirtschaftlichen Stimulus der Effekt bald aufgezehrt sein und wir rechnen mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit von derzeit 4,9 auf etwa 5 ein halb Prozent in den nächsten zwei Jahren.”

Mit diesen gebündelten Massnahmen sollen über alle geldpolitischen Kanäle mögliche Liquiditäts- und Kreditprobleme verhindert und die Wirtschaft belebt werden, denn die Konjunkturaussichten haben sich deutlich verschlechtertert: Die Notenbanker setzten ihre Wachstumsprognosen für 2017 und 2018 zum Teil drastisch herunter: Für 2017 von 2,3 auf 0,8 Prozent, für 2018 von 2,3 auf 1,8 Prozent.

Bei allen beschlossenen Massnahmen gebe es noch Spielraum für eine Ausweitung, erklärte Mark Carney: “Dieses Maßnahmenpaket ist aktuell, kohärent und umfassend. Es ist in Anbetracht des Brexit Schocks ausreichend dimensioniert, gerade in Anbetracht der Unwägbarkeiten und fehlenden Daten. Alle Maßnahmen können noch ausgeweitet werden, die Notenbak kann die Bankzinsen weiter senken, die Wertpapierankäufe ausweiten oder auch die Art der Papiere noch erweitern, die von der Bank of England angekauft werden dürfen.”

Carney appellierte an die Banken, die Zinssenkung an ihre Kunden weiterzureichen. Für die Institute gebe es «keine Ausrede», dies nicht zu tun. Die Bank of England kündigte außerdem an, über das bisher aufgebaute Portfolio von 375 Milliarden Pfund hinaus zusätzlich Staatsanleihen im Wert von 60 Milliarden Pfund zu kaufen, außerdem legt die Bank of England ein neues Kaufprogramm für Unternehmensanleihen auf, dessen Umfang 10 Milliarden Pfund beträgt. Der Brexit-Entscheid hat eine enorme Unsicherheit in die Wirtschaftsentwicklung Grossbritanniens gebracht. Das Land steuert nach dem EU-Austrittsreferendum vom 23. Juni auf den stärksten Konjunktureinbruch seit sieben Jahren zu. Wie weit der Finanzplatz London künftig noch Zugang zum EU-Binnenmarkt haben wird, bleibt offen. Die Unsicherheit drückt auf die Konsumlaune und die Investitionsbereitschaft der Unternehmen.

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