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Japanisch-Kenianisches Projekt: Energie vom Tor zur Hölle

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Japanisch-Kenianisches Projekt: Energie vom Tor zur Hölle

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“Kenia will mit Hilfe der Japaner geothermische Energie gewinnen. Das Kraftwerk Olkaria soll dazu beitragen, dass alle Kenianer mit Strom versorgt werden.”

Der Große Afrikanische Grabenbruch ist eine Riftzone, die in Ostafrika beginnt und sich über mehrere Tausend Kilometer erstreckt. Sie durchläuft Kenia von Nord nach Süd. In dieser atemberaubenden Landschaft, in der die Tiere der Savanne heimisch sind, wird die Wärme aus dem Inneren der Erde gewonnen.

Olkaria ist eines der größten geothermischen Kraftwerke weltweit. Es entstand mit Hilfe internationaler Partner wie Japan. Das Unternehmen KenGen, der größte Stromproduzent Kenias, begrüßt die Zusammenarbeit mit den Japanern.
Abel Rotich von KenGen erklärt: “Die Ergebnisse sind messbar. Der Strompreis ist gesunken. Zudem wird die Umwelt hier geschützt und mit den Tieren des Gebiets ist eine Koexistenz möglich. Das Projekt Olkaria IV haben wir gerade erst fertig gestellt. Es erhöht unsere Produktionskapzität um 280 Megawatt. Dadurch sinkt der Anteil an Energie, der durch Brennstoffe produziert wird. Der Strompreis für die Verbraucher ist um 30 Prozent gesunken, das macht viel aus.”

Die Umwelt schützen, das war eine der größten Schwierigkeiten für die Betriebsleiter. Vier geothermische Zentralen befinden sich mitten im Herzen des Nationalparks Hell’s Gate.

Derzeit werden hier rund 500 Megawatt Strom produziert. Das entspricht in etwa einem Viertel des kenianischen Stroms. Innerhalb von 35 Jahren hat die Firma KenGen 280 Bohrungen durchgeführt, aber durch die neuen Kraftwerke ist nun eine bessere Nutzung der Energie möglich. Der Beitrag der japanischen Agentur für internationale Kooperation war für diesen Fortschritt entscheidend. “Die Vereinbarung mit der japanischen Agentur sah vor, dass unsere Angestellten im ersten Jahr eine Ausbildung bekommen. Sie kennen sich jetzt mit der Software aus und sie können in dieser Zentrale betriebliche Aufgaben erfüllen. Alle unsere Anlagen werden von kenianischen Experten geleitet,” so Abel Rotich.

In Kenia besteht eine große Nachfrage nach Ausbildungen. Die kenianischen Behörden haben sich diesbezüglich auch an Japan gewendet. Laut Mikio Mori, einem Vertreter der japanischen Botschaft in Nairobi, gibt es eine sehr vielseitige Kooperation: “Eine ganze Reihe an Bereichen wurden identifiziert: die Bildung, die Wirtschaftsentwicklung, die Infrastruktur, die Energie, Frieden und Sicherheit. Deshalb fanden wir, dass Kenia sich sehr gut dazu eignet, um die nächste TICAD-Konferenz abzuhalten. Es wird die erste in Afrika sein.”

Die japanische Regierung organisiert seit 1993 die TICAD, die internationale Konferenz Tokios für die Entwicklung Afrikas. Damit soll Frieden, Wohlstand und Wirtschaft auf dem Kontinenten gefördert werden. Im Rahmen des Baus des Olkaria IV Kraftwerks z.B. wurde ein Programm für die Bewohner der Region ins Leben gerufen. Die Massai, die auf dem Standort lebten, wurden umgesiedelt. Ihnen wurden neue Behausungen und eine Schule zur Verfügung gestellt. Während in der früheren Schule nur 80 Schüler unterrichtet wurden, sind es in der neuen mehr als 200.

Der Stammesälteste Sendero Ole Nasaron sagt: “Es freut uns, diese neue Schule zu haben. Sie ist kein Vergleich mit der alten Schule. Die neue ist viel besser für die Kinder.” Und der Schüler Mika Kasino scheint sich auch zu freuen: “In der alten Schule hatten wir keinen Strom. Wir gingen früh nach Hause, gegen fünf Uhr nachmittags. Hier können wir bis sechs oder sieben Uhr bleiben.”

Heute hat nur knapp ein Drittel der Kenianer Zugang zu Strom. Die Regierung will bis 2030 70 Prozent der Bürger mit Strom versorgen. Die Zentrale Olkaria V, deren Bau voraussichtlich im Juli beginnt, soll dazu beitragen dieses Ziel zu erreichen.

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