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Obama weist Vorwürfe einer Lösegeldzahlung an den Iran zurück

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Obama weist Vorwürfe einer Lösegeldzahlung an den Iran zurück

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US-Präsident Barack Obama hat Vorwürfe zurückgewiesen, wonach es sich bei eine Zahlung von insgesamt mehr als 1,4 Milliarden Euro an den Iran um Lösegeld für fünf inhaftierte US-Bürger gehandelt habe. Im Januar war eine Zahlung von umgerechnet rund 360 Millionen Euro in mehreren Währungen in bar auf Paletten überbracht worden. Das Wall Street Journal hatte den Vorgang in einem Artikel jüngst wieder aufgegriffen.

Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump verursachte in dem Zusammenhang ein weitere Kontroverse. Er nutzte den Bericht für eine Attacke gegen Obama und sprach von einem angeblichen Video das er gesehen habe und das zeige, wie das Geld im Iran entladen werde. Der Medienreport, auf den Trump-Unterstützer auf Nachfrage verwiesen, zeigt aber nur einen Jet in Genf und kein Bargeld.

“Wir zahlen kein Lösegeld für Geiseln”, so Obama. “Rund um die Welt werden eine Reihe von Amerikanern festgehalten. Ich treffe ihre Familien und es bricht einem das Herz. Wir haben eine ganze Sektion mit Experten mehrerer Dienste zusammengestellt, die ihre gesamte Zeit damit verbringen, mit den Familien zusammenzuarbeiten und diese Leute zu befreien. Aber diese Familien wissen auch, dass wir grundsätzlich kein Lösegeld zahlen.”

Laut Obama handelte es sich bei der großen Summe um einst eingefrorener Gelder aus einem umstrittenen Waffendeal aus der Zeit vor der islamischen Revolution im Jahr 1979. Nach der Unterzeichnung des Atomabkommens und angedrohten rechtlichen Schritten seitens des Iran zurückgezahlt wurden. Das Geld sei in bar übergeben worden, weil es zwischen den beiden Ländern keine Bankkooperation gebe. Der Vorgang sei nicht verheimlicht sondern sofort bekannt gemacht worden, so Obama.

Die inhaftierten US-Bürger waren kurz nach dem Eintreffen der Barsumme in mehreren Währungen freigelassen worden. Das US-Außenministerium betonte, es habe sich schlicht um eine Reihe komplizierter und langwieriger diplomatischer Fragen gehandelt, die zeitgleich und gegenseitig gelöst worden seien. Man sei sich über die möglichen Schlussfolgerungen bewusst gewesen, habe aber im Interesse der Steuerzahler gehandelt.

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