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Rosetta: Ein fulminantes Ende auf dem Kometen "Tschuri"

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Rosetta: Ein fulminantes Ende auf dem Kometen "Tschuri"

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Die Mission der ESA-Raumsonde Rosetta zur Erforschung des Kometen “Tschuri” nähert sich ihrem großen Finale. Am 30. September soll sie auf dem Objekt ihr Beobachtungen landen und in den ewigen Winterschlaf treten. Die Erkenntnisse, die sie unter anderem Dank des Landemoduls Phialae über die Beschaffenheit des Kometen und seine Bestandteile geliefert hat, sind von unschätzbarem Wert, wie Martin Rubin vom Physikalischen Institut der Universität Bern erläutert. Er und sein Team sind verantwortlich für das Massenspektrometer ROSINA.

Martin Rubin: “Wir haben verschiedene Moleküle gefunden, vor allem organische Moleküle, von denen man nicht wusste, dass es sie auch auf Kometen gibt. Also die Aminosäure ist nur eines davon, es gibt auch verschiedene andere Kohlenwasserstoffe, die wir gefunden haben. Ein weiteres Beispiel ist der molekulare Sauerstoff, den kennen wir hier auf der Erde natürlich in der Atemluft. Und da haben wir auch sehr viel von auf dem Kometen gefunden, obwohl es überhaupt kein Leben auf dem Kometen gibt”

Bausteine des Lebens

Forscher waren lange der Ansicht, das Wasser und organische Moleküle durch Kometen oder Asteroiden auf die noch junge Erde gelangten, und damit die Bausteine für die Entstehung von Leben lieferten.

Martin Rubin: “Wir haben das Wasser auf dem Kometen untersucht und es zeigt sich eigentlich, dass dieser Typ Komet nicht das Wasser auf die Erde gebracht haben könnte oder zumindest nicht den Hauptteil des Wassers, sondern nur einen kleinen Beitrag dazu geliefert hat. Es gibt wiederum andere Kometen, da passt das Wasser besser”

Die Analyse von Gas- und Staubproben des Kometen ergab, dass es sich nicht um dieselbe Art Wasser wie auf der Erde handelt. Dafür entdeckte Rosetta andere wichtige Elemente.

Martin Rubin: “Man hat früher mal angenommen, dass Kometen Wasser auf die Erde gebracht haben können. Aber mit Wasser kommt natürlich auch das andere Material, organisches Material, organische Moleküle, die eben dann auch auf die Erde oder auf andere Planeten kommen können. Und das macht Kometen sehr interessant”

Kometen-Jägerin seit 2004 im All

Die Landung am 30. September besiegelt das Ende einer spektakulären Mission, die vor mehr als zwölf Jahren begann. Der Komet, der eigentlich 67P/Tschurjumow-Gerassimenko heißt, entfernt sich in den nächsten Jahren immer weiter von der Sonne und wird damit viel zu kalt für die menschliche Technik.

Martin Rubin: “Im September werden wir langsam auf dem Kometen landen. Wir werden wieder so weit weg sein von der Sonne, dass die Sonde nicht genügend Energie hat. Aus dem dem Grund wollen wir einen fulminanten Abschluss haben und landen auf dem Kometen. Bei der Landung werden wir auch weiter messen mit unseren Sensoren und hoffentlich viele neue Moleküle und Bestandteile finden.”

Rosetta misst bis zum Schluss

Während ihres Landeanflugs soll Rosetta weitere Daten sammeln und beim finalen Sinkflug einmalige Messungen durchführen, darunter Bildaufnahmen mit sehr hoher Auflösung.

Martin Rubin: “Aus wissenschaftlicher Sicht ist es natürlich sehr interessant für uns. Weil wir kommen sehr nahe an den Kometen. Davon versprechen wir uns, Spezies zu sehen, die wir bisher noch nicht gesehen haben. Also je näher Sie zur Quelle hingehen, umso mehr haben Sie von diesen raren Molekülen. Und die erhoffen wir uns jetzt noch zu sehen”

Martin Rubin und seine Forscherkollegen schauen mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf das Ende der Mission. Die Landung ist zwar ein sehr schöner und symbolischer Abschluss.

Martin Rubin: “Auf der anderen Seite ist natürlich die Mission vorbei. Wir kriegen keine neuen Daten mehr. Auch wenn wir schon viel gesammelt haben, ist es dann natürlich auch ein Moment, auf den man mit ein bisschen Wehmut zurückschauen wird”

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