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Südafrikas Regierungspartei ANC nach historischer Wahlschlappe: "Wir werden jetzt den Menschen zuhören"

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Südafrikas Regierungspartei ANC nach historischer Wahlschlappe: "Wir werden jetzt den Menschen zuhören"

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Erstmals seit dem Ende der Apartheid haben in Südafrika mehrere Millionen Wähler der Regierungspartei Afrikanischer Nationalkongress ANC den Rücken gekehrt. Bei den Kommunalwahlen erreichte der ANC nach Auszählung von über 95 Prozent der Stimmen mit rund 54 Prozentpunkten das schlechteste Ergebnis seiner Geschichte. Bei den Wahlen 2011 kam die Partei noch auf 62 Prozent.

Cyril Ramaphosa, Vizepräsident von Südafrika und ANC-Vizepräsident, reagierte in der Hauptstadt Pretoria auf die Stimmenverluste:

“Wir werden jetzt den Menschen zuhören. Und zwar sowohl denjenigen, die in überwältigender Weise den ANC gewählt haben als auch denen, die dies nicht getan haben, weil sie damit eine wichtige Botschaft gesendet haben.”

Die führende Oppositionspartei Demokratische Allianz (DA) vereinigte landesweit rund 26 Prozent der Stimmen auf sich und verzeichnete vor allem in Metropolregionen große Zugewinne. So übernahm die liberale DA zum ersten Mal die Kontrolle über die Industrie- und Hafenstadt Port Elizabeth. Der DA-Vorsitzende Mmusi Maimane erklärte in Pretoria:

“In diesem ganzen Prozess ist deutlich geworden, dass die Menschen für einen Wechsel sind. Deshalb werden wir alles versuchen, um diesen Wechsel voranzutreiben.”

In Nelson Mandela Bay, der Industrieregion von Port Elizabeth, war der Jubel von Anhängern der DA besonders euphorisch. Der Region steht künftig mit Athol Trollip erstmals ein weißer Bügermeister vor. Nelson Mandela Bay galt früher als Zentrum des Kampfes gegen das Apartheidregime. Jetzt votierten 46,7 Prozent der Wähler für den weißen DA-Kandidaten und nur noch 40,9 Prozent für den ANC.

Die Wahlbeteiligung lag offenbar unter 60 Prozent

Die Rufe nach einem Rücktritt des umstrittenen Präsidenten Jacob Zuma dürften jetzt lauter werden. Vor allem Korruptionsskandale, Misswirtschaft und die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit haben dem Image des einst von Nelson Mandela geführten ANC massiv geschadet.

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