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Türkei: Früher Partner, heute verfeindet

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Türkei: Früher Partner, heute verfeindet

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Fethullah Gülen ist der Kopf der sunnitisch-religiösen Nurcu – Bewegung. Seit 1999 lebt der 75-Jährige im US-Bundesstaat Pennsylvania. Der türkische Präsident Reccep Tayyip Erdogan macht Gülen für den Putschversuch am 15. Juli verantwortlich, und die Staatsanwaltschaft hat Haftbefehl gegen den Geistlichen erlassen.

Gülens Organisation, sagt Erdogan, reiche bis in die Geschäftswelt und die Wirtschaft hinein, und da sei sie vielleicht sogar am gefährlichsten und einflussreichsten. “Wir sind entschlossen”, so der türkische Präsident, “alle Geschäfte und Wirtschaftsverbindungen dieser Organisation zu unterbrechen. Gülen und seine Organisation haben Blut an den Händen.”

Der frühere Imam Gülen, den der türkische Präsident Reccep Tayyip Erdogan heute als seinen persönlichen Fluch ansieht, und der zuvor lange Zeit Erdogans Partner gewesen war, hat eine Beteiligung an dem Putschversuch zurückgewiesen und den türkischen Präsidenten beschuldigt, autoritär zu regieren. “Ich habe den Putsch wiederholt missbilligt, und ich hatte mit dem Putsch nichts zu tun. Die türkische Justiz ist nicht unabhängig. Der Haftbefehl gegen mich zeigt nur, dass Erdogan sich weg von der Demokratie und hin zum Autoritarismus bewegt”, sagte Gülen.

Der Streit der beiden einstigen Weggefährten reicht weit zurück. Die türkischen Behörden hatten bereits im Dezember 2014 einen Haftbefehl gegen Gülen erlassen. Ihm war vorgeworfen worden, eine bewaffnete terroristische Organisation zu führen. Ein anderer Höhepunkt im Machtkampf war erreicht, als 2013 offenbar Gülen-nahe Staatsanwälte die Söhne von Ministern aus Erdogans Regierung unter Korruptionsverdacht festnahmen. Die türkische Regierung ging gegen vermutete Anhänger von Gülen hart vor. Medienhäuser wurden geschlossen und Journalisten verhaftet. Die Behörden warfen ihnen vor, einer terroristischen Vereinigung anzugehören und sich gegen die Regierung zu verschwören.

Erdogan hat jetzt gesagt, wie sehr er es bedauere, sich mit seinem einstigen Weggefährten und Partner Gülen eingelassen zu haben. Dieser habe mittlerweile sein wahres Gesicht gezeigt, sagte Erdogan. Weiter bekräftigte er, kein Mitleid mit Gülens Anhängern zeigen zu wollen: “Diejenigen, die diesem Scharlatan geglaubt haben und ihm erlaubt haben ihr Gewissen einzuschläfern, die frage ich, so wie unser Gott fragte: Habt ihr keinen Verstand? Könnt ihr nicht denken? Von jetzt an ist es Zeit, gegen diese Leute zu kämpfen und sie zur Verantwortung zu ziehen.”

Fethullah Gülen könnte jetzt sogar die Beziehungen zwischen den USA und der Türkei belasten, da die USA der Meinung ist die von Ankara vorgelegten Beweise reichten nicht für eine Auslieferung aus.

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