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Ungarn - kleine Festivals finanzieren ganze Dörfer

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Ungarn - kleine Festivals finanzieren ganze Dörfer

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Musik und Wein – für viele kleinere Dörfer und Orte in Ungarn haben sich Festivals zu einer guten und manchmal sogar besten Einnahmequelle des Jahres entwickelt – und es werden immer mehr. Im 500 Einwohner Örtchen Poloznak nahe am Balaton See gibt es keine Industrie, Geld lässt sich nur mit Tourismus verdienen, dazu Gewerbe- und Tourismussteuern für die Gemeinde. Zum fünften Mal findet das Festival statt, organisiert vom lokalen Weingut.

Jazz Picnic Organisator Szabolocs Homola stemmt das Festival trotz kleinem Budget: “Wir sind keine Großstadt mit großem Budget, hinter uns stehen keine politischen oder sozialen Organisationen. Einnahmen kommen nur aus den Ticketverkäufen und von Sponsoren, die wir erst einmal gewinnen müssen.”

Die Gemeinde stellt das Gelände umsonst zur Verfügung, Einheimische kommen dafür umsonst rein. Besucher können “Unterstützer Tickets” kaufen, mit denen Gemeindeprojekte gefördert werden. Letztes Jahr wurde der Dorfplatz verschönert, dieses Jahr Studeneten aus Polaznak unterstützt.

Bürgermeister Ákos Czeglédy sieht positive Impulse für seinen Ort: “Die Grundstückspreise sind gestiegen, viele Leute besuchen das Dorf. Die Geschäfte, die Bauern, Tourismus und Service – alle profitieren auch indirekt vom Event, Unterkünfte muss man ein halbes Jahr im voraus buchen.”

Das Festival zog letztes Jahr fast 6.000 Besucher an, die Ticketeinnahmen summierten sich auf 60.000 Euro. Dank der Sponsoren können neben den ungarischen Musikern sogar internationale Künstler aufgeboten werden. Dieses Jahr hofft man auf 10.000 Besucher. Kleinere Orte nutzen gern ihre regionale Geschichte und Kultur als Thema ihres Festivals. So kommt man von mittelalterlichen Burgen über Gulasch zum Weinfest. In Ungarn gibt es mehr als 8000 solcher Events und mehr als ein Drittel haben über 10.000 Besucher.

Eine ganz andere Größenordnung hat das bekannteste Festival Ungarns, “The Island” in Budapest. Über 400.000 Besucher, Einnahmen von 33 Millionen Euro und internationale Stars wie Rhihanna auf der Bühne – nur Ungarn können sich die Tickets kaum leisten. Die größten Geldmaschinen im Festivalgeschäft finden sie hier.

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