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Nach Anschlag in Quetta: Razzien in ganz Pakistan angeordnet

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Nach Anschlag in Quetta: Razzien in ganz Pakistan angeordnet

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Nach dem Sprengstoffanschlag auf ein Krankenhaus in Quetta hat der pakistanische Generalstab die Sicherheitsorgane ermächtigt, umfangreiche Razzien im ganzen Land durchzuführen und gegen “jeden mit Verbindungen zu Terroristen vorzugehen”. Nach Ansicht von Generalstabschef General Raheek Sharif war der Anschlag gegen den chinesisch-pakistanischen Wirtschaftskorridor CPEC gerichtet.

Die Sicherheitslage in der Provinz Belutschistan hatte sich im vergangenen Jahr im Gleichschritt mit einem Wirtschaftsaufschwung verbessert. Experten befürchten, dass der Anschlag sich negativ auf ganz Pakistan auswirken wird.

“Er war gezielt. Es ging darum Pakistan zu destabilisieren, die Wirtschaft zu destabilisieren und das politische Leben in der Provinz zu destabilisieren”, meint der Direktor des Center for Research and Security Studies in Islamabad, Imtiaz Gul, in einem Interview mit dem chinesischen Fernsehen CCTV.




Eine Splittergruppe der pakistanischen Taliban TTP, die Jamaat ul Ahrar (TTP-JA) bekannte sich zu dem Anschlag. Die Gruppe hatte sich in der Vergangenheit zum Teil der IS-Dschihadistengruppe erklärt. Nach Angaben der pakistanischen Regierung gibt es keine organisierte IS-Präsenz im Land. Medien melden aber immer wieder Razzien und die Festnahme von IS-Schläfern oder Kämpfern.

Egal wer hinter dem Anschlag wirklich steckt, die Bevölkerung von Quetta weist der pakistanischen Regierung die Verantwortung zu:

“Es ist die Unfähigkeit der Regierung. Deshalb geschah Quetta. Schon vorher gab es viele solcher Zwischenfälle. Unsere schiitischen Brüder werden angegriffen. Ich bin selbst Schiit. Dieser schwere Anschlag passierte, weil die Regierung nicht aufpasst”, klagt Irfan Ullah aus Quetta.

In ganz Pakistan protestierten Anwälte gegen den Anschlag. In Quetta bleiben ihre Kanzleien geschlossen, in Islamabad und Rawalpindi boykottierten sie die Gerichte. Die nationale Rechtsanwälte-Vereinigung rief zu einem dreitägigen Streik auf. Sie will damit auf den mangelnden Schutz des Staates für die Justiz aufmerksam machen.

Der Anschlag von Quetta ist der schwerste Anschlag in Pakistan seit Ostern. Damals waren in einem Park der südostpakistanischen Stadt Lahore mehr als 72 Menschen getötet worden, darunter Dutzende Kinder. Auch zu diesem Anschlag hatten sich die Jamaat ul Ahrar bekannt.

Quetta gilt seit langem als Zentrum der afghanischen Taliban. Deren Anführer Mullah Achtar Mansur wurde im Mai durch einen US-Drohnenangriff getötet, als er von der iranischen Grenze aus in Richtung Quetta reiste.

Mehr zum Thema

Center for Research and Security Studies (CRSS), Islamabad, Pakistan

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