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Olympische Schwimmwettbewerbe: Pfiffe, Buhrufe, Beschuldigungen

Rio 2016 ist weiter vom Dopingskandal und harter Dopingkritik überschattet.

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Olympische Schwimmwettbewerbe: Pfiffe, Buhrufe, Beschuldigungen

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Rio 2016 ist weiter vom Dopingskandal und harter Dopingkritik überschattet. Die Schwimmer trauen sich nicht mehr über den Weg und beschuldigen sich gegenseitig. Beim Wettbewerb über 100 Meter Brust ist die russische Schwimmerin Julija Jefimowa zunächst vom Publikum ausgebuht, und dann von ihren Konkurrentinnen demonstrativ geschnitten worden.

Das Rennen gewann die Amerikanerin Lily King. Die 19-Jährige feierte nach ihrem Sieg mit ihren Teamkolleginnen, und beachtete die zweitplazierte Jevimowa demonstrativ nicht, nannte sie schließlich eine “Drogenbetrügerin” und verkündet, sie sei stolz, sauber zu schwimmen.

Auch Rekordschwimmer Michael Phelps positionierte sich eindeutig gegen Jefimowa, die sich nach einer Dopingsperre ihr Startrecht kurz vor den Spielen eingeklagt hatte. Es könne nicht sein, dass nach mehreren positiven Dopingtests Athleten wieder an Wettkämpfen teilnehmen dürften. “Das ist gegen alle Werte des Sports und das kotzt mich an”, sagte Phelps.

Bereits zuvor hatte der französische Schwimmer Camille Lacourt den chinesischen Olympiasieger Sun Yang angegriffen. Sun Yang war 2014 des Dopings überführt und für drei Monate gesperrt worden. Wenn ich das Podium über 200 m Freistil sehe, will ich mich übergeben”, sagte Lacourt im französischen Radio. Lacourt war bei Rio 2016 über die Distanz einer der Medaillenanwärter, wurde aber nur Fünfter.

Für den deutschen Chefbundestrainer Henning Lambertz ist das Dopingproblem im Schwimmsport aber nicht nur an einer Nation oder gar einer Person festzumachen. Auffälligkeiten gebe es auch bei anderen Verbänden. Das Hickhack im Vorfeld der Sommerspiele und die ausweichende Haltung der Verantwortlichen habe auch nicht dafür getan, die Skepsis zu verringern.