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Majlinda Kelmendi gewinnt erstes Gold für Kosovo

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Majlinda Kelmendi gewinnt erstes Gold für Kosovo

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Majlinda Kelmendi ist die erste Olympiasiegerin des Kosovo geworden. Die Judoka hat in der Klasse bis 52 Kilogramm die Goldmedaille in Rio de Janeiro gewonnen.

Wegen des Widerstands des Internationalen Olympischen Komitees und der Vereinten Nationen wurde ihr nicht erlaubt, den Kosovo bei den Olympischen Spielen 2012 zu vertreten, stattdessen vertrat sie Albanien:

“Dieses Mal war ich sehr konzentriert und ich wollte unbedingt gewinnen. NIcht nur weil ich Favoritin war, sondern auch, weil ich für mein Land gewinnen wollte. Es ist das erste Mal, dass unser Land an den Olympischen Spielen teilnimmt. Ich wollte unbedingt gewinnen. Am Tag des Wettbewerbs habe ich mir gesagt, ich bin gut, ich bin stark genug, um zu gewinnen. Ich dachte, ich bin die beste der Welt, ich war zuversichtlich, aber auch ein bischen Nervös”.

Die Kosovo-Albanerin ist laut serbischer Auslegung Staatsbürgerin Serbiens. Die kosovarische Eigenstaatlichkeit ist nicht anerkannt. De facto ist das Kosovo unabhängig, de jure ist es das nicht. Doch die Olympiasiegerin sieht sich als Kosovarin. Prämien wird sie für ihren Sieg nicht bekommen:

“Ich war jung, aber ich konnte sehen, dass mein Land in der Welt präsentiert werden musste. Ich wusste, dass ich das besser und leichter als alle anderen Athleten meines Landes machen konnte. Heute bin ich sehr glücklich darüber, dass ich diese Goldmedaille für den Kosovo gewonnen habe. Glauben sie mir, kein Geld der Welt kann dieses Gefühl hervorrufen. Dieses Glück ist nicht bezahlbar. Respekt kann man sich mit Geld nicht kaufen”.

Den Respekt hat Kelmendi sich hart erarbeitet. Bei den Judo-Weltmeisterschaften 2013 gewann sie Gold. 2014 gewann sie bei der WM in Tscheljabinsk ebenfalls die Goldmedaille in ihrer Gewichtsklasse. Kelmendi führte die kosovarische Delegation als Fahnenträgerin bei der Einlaufzeremonie in Rio an:

“In dieser Sportart lernt man, Respekt zu haben, vor allem und jedem. Als ich mit dem Judo begann, habe ich mich komplett verändert. Als Kind war ich sehr still und ruhig und manchmal hatte ich sogar Angst nach draußen zu gehen.
Dann begann ich mit dem Judo und bekam einen stärkeren Charakter, ich wurde eine stärkere Persönlichkeit, und wie ich schon sagte, wenn sie mit Judo aufwachsen, lernen sie Respekt zu haben.

Auch das Verhältnis zum eigenen Körper entwickelt sich intensiv. Der Verstand und der Körper stehen in einem besonderen Verhältnis. Also, auch wenn man kein Champion wird, hilft es doch, ein guter Mensch zu werden.”

Aktuell geht Judo-Olympiasiegerin Majlinda Kelmendi gegen eine umstrittene Doping-Kontrolle aus dem Juni vor. Der Test der französischen Anti-Doping-Agentur wird von der Athletin und ihrem Trainer angefochten, teilte der Internationale Judo-Verband mit.

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