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Die Krim: Zankapfel zwischen Ukraine und Russland

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Die Krim: Zankapfel zwischen Ukraine und Russland

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Zwei Jahre sind vergangen seit die Krim von Russland annektiert wurde. Am 16. März 2014 haben sich die Bewohner der Krim in einem Referendum für Russland entschieden. Laut der Führungsriege der Krim stimmten knapp 97 Prozent für die Loslösung von der Ukraine. Andere zweifeln dies an und gehen von 50 Prozent aus.

Laut Experten war die Krim schon immer das Sahnestückchen des russischen Imperiums. Es sei der Traum der russischen Zaren gewesen, den Zugang zum Schwarzen Meer zu haben. Verwirklicht hat ihn Katharina die Große. Die Krim wurde 1783 Teil des russischen Reiches.

1954 wurde die Halbinsel in die Sowjetische Teilrepublik Ukraine eingegliedert. Für viele russische Politiker war das ein historischer Fehler.

Nach dem Zerfall der Sowjetunion kam es auf der mehrheitlich von Russen bewohnten Halbinsel zu Spannungen. 1992 wurde ein Kompromiss gefunden. Die Krim blieb Teil der Ukraine, aber als autonome Republik mit einem Parlament und einer Regierung in Simferopol.

Der Marine-Stützpunkt in Sewastopol blieb unterdessen die ganze Zeit über fest in russischer Hand. Daran hat sich seit seiner Gründung 1783 nichts geändert. 2013 waren dort rund 11.000 Soldaten und 60 Schiffe stationiert. Die russische Flotte hat so einen schnellen Zugang zum Mittelmeer, zum Balkan und zum Nahen Osten.

Anfang 2014 wurde die Krim zum Schauplatz der größten Ost-West Krise seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. In Kiew wurde der pro-russische ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch abgesetzt.

Auf der Halbinsel tauchten schwer bewaffnete grüne Männer auf. Erst hieß es, es handele sich um pro-russische Separatisten, mittlerweile gab Russlands Präsident Wladimir Putin zu, dass er damals russische Soldaten auf die Krim entsandt hatte.

Am 11. März 2014 erklärte die Halbinsel ihre Unabhängigkeit. Wenige Tage später wurde die Angliederung an Russland durch das Referendum besiegelt. Kiew und mehrere westliche Staaten erkennen diese Volksabstimmung bis heute nicht an.

Es folgte ein blutiger Konflikt im Osten der Ukraine, zwischen der ukrainischen Armee und pro-russischen Separatisten.

Weitab der Kämpfe verhängten Brüssel und Washington eine Reihe an Sanktionen gegen Russland. Vor zwei Monaten hat die Europäische Union zudem ihre Sanktionen gegen die Schwarzmeerhalbinsel um ein Jahr verlängert. Exporte und Investitionen bleiben weiterhin verboten.

Die Situation auf der Krim ist weiterhin sehr angespannt. Anfang des Jahres erklärte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko, dass sein Land so schnell wie möglich die Krim zurückbekommen wolle.

Das Säbelrasseln zwischen Kiew und Moskau geht weiter und für die Krim scheinen Ruhe und Normalität in weite Ferne zu rücken.

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