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Streit um Gülen auch in Deutschland - Erdogan erhöht Druck auf USA

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Streit um Gülen auch in Deutschland - Erdogan erhöht Druck auf USA

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“Früher oder später müssen sich die Vereinigten Staaten entscheiden: Entweder die Türkei oder die FETÖ.” Das sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan auf einer Kundgebung in Ankara. Die Abkürzung FETÖ verwendet er als Bezeichnung für den Prediger Fethullah Gülen und dessen Anhänger. Erdoğan und die türkische Regierung erachten die Bewegung als terroristisch und werfen Gülen vor, Drahtzieher des Putschversuchs Mitte Juli zu sein. Deshalb fordert die Türkei die Auslieferung des in den USA lebenden Predigers, der die Vorwürfe zurückweist.

US-Außenminister John Kerry hatte Ende Juli betont, für eine Auslieferung brauche es eine “solide rechtliche Grundlage”. Die seitens der Türkei vorgelegten Dokumente werden von den US-Behörden derzeit geprüft. Der Sprecher des US-Außenministeriums sagte, bei einem solchen Vorgang handele es sich um ein behördliches Verfahren, das weder durch Emotionen noch politische Rhetorik beeinflusst werde.

Derweil gibt es mehr und mehr Berichte dazu, dass der Konflikt zwischen Erdogan-Anhängern und Gülen-nahen Türken längst auch in Deutschland angekommen ist. Die ZEIT berichtet von erschreckenden Listen, die in den sozialen Medien verbreitet werden, in denen dazu aufgefordert wird, nicht bei Gülen-Anhängern zu kaufen oder zu essen.

Und sogar der deutsche Verfassungsschutz ist laut der Stuttgarter Zeitung in den Konflikt involviert. Mehrere Listen der deutschen Behörden sollen bis vor kurzem sogar im Internet zugänglich gewesen sein wollen. Dabei stehen auf diversen Listen auch Vereine, deren Organisatoren sagen, dass sie gar nichts mit der Gülen-Bewegung zu tun haben. Eine Liste des baden-württembergischen Landesamts für Verfassungsschutz wurde offenbar auch an das türkische Generalkonsulat in Stuttgart weitergegeben.

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