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Bedrohte Pflanzenwelt

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Bedrohte Pflanzenwelt

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Mehr als zwanzig Prozent der Pflanzenarten der Welt sind vom Aussterben bedroht. Zu diesem Ergebnis kam die erste globale Untersuchung des pflanzlichen Lebens

Den Wissenschaftlern sind über 390.000 Arten von Pflanzen bekannt von winzigen Orchideen zu riesigen Mammutbäumen. So steht es in dem Untersuchungsbericht “State of the World`s Plants”, den 80 Experten unter Leitung der Royal Botanic Gardens in Kew in London zusammengestellt haben.

Professor Kathy J. Willis ist die Leiterin der Wissenschaftsabteilung in Kew Gardens: “Das gute an dem Bericht ist, dass wir immer noch viele neue Pflanzenarten entdecken. Im Schnitt 2000 pro Jahr. Und wir finden neue Pflanzen für Ernährung, Treibstoff, Medizin. Negativ ist, dass sich die Landschaften verändern vor allem wegen der Landwirtschaft, aber ein bißchen auch wegen des Klimawandels.”

Viele Pflanzenarten sind von diesem Wandel bedroht, ganz besonders durch die Abholzung der Regenwälder zur Landgewinnung. Professor Willis: “Nur ganz wenige Landschaften werden wegen ihrer Pflanzenwelt geschützt im Gegensatz zu Vogelschutzgebieten zum Beispiel. Das müssen wir unbedingt ändern, denn viele Pflanzen sind für das menschliche Wohlergehen sehr wichtig.”

Die botanischen Gärten enthalten eine große Zahl unterschiedlicher Pflanzenarten, aber viele von ihnen gibt es in der Natur schon nicht mehr. Timothy Utteridge ist der Leiter der Abteilung für Pflanzenbestimmung und Benennung: “Ich würde mich gern um meinen Arbeitsplatz bringen, indem ich sämtliche Pflanzenarten des Planeten beschreibe. Aber wenn es mit dem landschaftlichen Wandel so weitergeht, werde ich die Pflanzen im Herbarium beschreiben und nicht mehr in der Natur.”

Dem Naturschutzverband IUCN zufolge ist die Landwirtschaft die größte Gefahr für die Pflanzenwelt, gefolgt von der Holzwirtschaft. Der Klimawandel hat bisher nur geringen Einfluss, aber die wahren Folgen der Erderwärmung sind erst in Jahrzehnten einschätzbar.

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