Eilmeldung

Sie lesen gerade:

Revolutionsführer Fidel Castro wird 90

welt

Revolutionsführer Fidel Castro wird 90

Werbung

Fidel Castro wird 90 Jahre alt. Er hat längst die Zügel an seinen Bruder Raul übergeben, ist aber immer noch präsent. Die meisten Kubaner kennen kein Leben ohne Fidel.

Gefeierter Held für die einen – Diktator für die anderen.
Für alle aber ist Fidel Castro eine Persönlichkeit, die über Jahrzehnte ihre Spuren in der Weltpolitik hinterließ.

Seit jenem 1. Januar 1959, an dem die “bärtigen” Rebellen aus den Bergen in Kubas Hauptstadt Havanna einzogen. Der junge Anwalt stammte aus guter Familie. Er revoltierte gegen Korruption und Armut.

Mit seinem argentinischen Gefährten Ernest “Che” Guevarra gründete er in Kuba den ersten kommunistischen Staat Lateinamerikas, der alsbald von den USA ebenso heftig wie erfolglos bekämpft wurde.

Im April 1961 versuchten Exil-Kubaner mit der Unterstützung des US-Geheimdienstes CIA Castro zu stürzen. Die Invasion in der “Schweinebucht” misslang jedoch. Danach war Castro endgültig der Held der Linken weltweit.

Es herrschte “kalter Krieg”, die Welt war in zwei Blöcke gespalten, deren östlicher – dazumal von Kreml-Chef Nikita Chruschtschow geführter – nun mit Castros Kuba einen Vorposten vor der Haustür des Gegners USA bekam.
Den wollte Chruschtschow 1961 mit Mittelstrecken-Raketen absichern, was die Welt an den Rand eines “heißen Krieges” führte. Die Krise wurde in letzter Sekunde abgewendet und Washington verzichtet auf weitere Invasionspläne.

Kuba gehörte fortan nicht nur zu den Satelliten Moskaus – die Kubaner unternahmen auch eigene Versuche, die “Weltrevolution” nach Afrika zu tragen. Unter Che Guevarra kämpften die “kubanischen Internationalisten” in Angola, Äthiopien, Namibia.

Überleben konnte Kuba nur mit massiver sowjetischer Hilfe. Von Maschinen über Konsumgüter bis zum Erdöl – alles kam aus dem Osten übers Meer.

Als Michail Gorbatschow die Kreml-Politik der Satelliten-Staaten mit begrenzter Souveränität gegen die “Perestroika” eintauschte, war Castros Kuba wirtschaftlich am Ende.

Fidel Castro forderte von seinem Volk immer neue Opfer, um allein dem “US-Imperialismus” zu trotzen. Eine Fluchtwelle war die Folge. Allein im Sommer 1994 wagten mehr als 30.000 Kubaner die riskante Flucht übers Meer nach Florida.

Papst Johannes Paul II. forderte Anfang 1998 die USA auf, das jahrzehntelange Wirtschaftsembargo gegen Kuba aufzuheben – und erbat im gleichen Atemzug von Castro Religionsfreiheit und Meinungsfreiheit.

23. Juni 2001: Während einer seiner berühmten stundenlangen Reden erlitt Fidel Castro einen Schwächeanfall. Vor den Kameraaugen der Weltöffentlichkeit. Sichtbar geschwächt übergab er die Macht 2006 an seinen Bruder.

Seitdem tritt er nur noch selten in der Öffentlichkeit auf.
Zuletzt rührte er auf dem Kongress der kommunistischen Partei im April einige Delegierten zu Tränen als er von seinem bevorstehenden Tod sprach. Es klang wie ein Vermächtnis: “Bald werde ich 90 Jahre alt sein. Das hätte ich mir nie vorstellen können. Dass ich so alt werde, ist nicht das Ergebnis meiner Bemühungen oder meiner Arbeit, es ist einfach nur eine Laune des Schicksals. Bald werde ich wie alle anderen auch an die Reihe kommen. Aber die Idee von Kubas Kommunismus wird weiter bestehen.”

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden.euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

Automatische Übersetzung

Automatische Übersetzung

Automatische Übersetzung

Automatische Übersetzung

Nächster Artikel