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Hexenjagd und Guillotine: Can Dündar gibt Cumhuriyet-Chefposten ab

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Von Kirsten Ripper  mit AFP, dpa
Hexenjagd und Guillotine: Can Dündar gibt Cumhuriyet-Chefposten ab

<p>Mit einem Leitartikel verabschiedet sich Can Dündar, der Chefredakteur der regierungskritischen türkischen Zeitung Cumhuriyet, von seinem Posten. <a href="http://de.euronews.com/2016/05/06/tuerkische-journalisten-wegen-geheimnisverrat-zu-haftstrafen-verurteilt">Dündar und sein Kollege Erdem Gül waren im Mai wegen Geheimnisverrat zu fünf Jahren Haft verurteilt worden</a>, weil sie über Waffenlieferungen der Türkei an Syrien berichtet hatten.</p> <p>Gegen dieses Urteil wollten die beiden Journalisten Berufung einlegen. Gleichzeitig sind sie aber auch in einem anderen Verfahren wegen Unterstützung einer Terrororganisation angeklagt.</p> <p><a href="http://www.cumhuriyet.com.tr/">In seiner Kolumne</a> spricht der scheidende Chefredakteur jetzt von der größten Hexenjagd in der Geschichte der Türkei. Und Dündar schreibt: “Einer solchen Justiz zu trauen, würde bedeuten, seinen Kopf unter die Guillotine zu legen.”</p> <p>Zumindest solange der Ausnahmezustand herrscht, will Dündar, der sich zur Zeit irgendwo in Europa – vermutlich in Deutschland – aufhält, nicht in die Türkei zurückkehren.</p> <p>Den Posten als Chefredakteur von Cumhuriyet übernimmt der vorherige Stellvertreter Oguz Güven.</p> <p>Schon vor drei Monaten hatte es in der Türkei ein <a href="http://de.euronews.com/2016/05/07/tuerkei-attentat-auf-regierungskritischen-chefredakteur">versuchtes Attentat</a> gegen Dündar gegeben.</p> <p>Wie viele Medien leitet auch die internationlae Schriftstellervereinigung <span class="caps">PEN</span> die Nachricht von Dündars Rückzug weiter.</p> <blockquote class="twitter-tweet" data-lang="en"><p lang="en" dir="ltr">Can Dündar announces he is stepping down as editor of <a href="https://twitter.com/hashtag/Turkish?src=hash">#Turkish</a> paper <a href="https://t.co/cR9wMN7eWu">https://t.co/cR9wMN7eWu</a> <a href="https://twitter.com/englishpen"><code>englishpen</a> <a href="https://twitter.com/candundaradasi"></code>candundaradasi</a></p>— <span class="caps">PEN</span> International (@pen_int) <a href="https://twitter.com/pen_int/status/765127679515373569">August 15, 2016</a></blockquote> <script async src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script> <p>Can Dündar – <a href="https://twitter.com/candundaradasi">hier sein Twitter-Konto</a> – will vom Ausland aus, weiter für Cumhuriyet schreiben. Seine Texte werden auf Deutsch auch in der Zeit veröffentlicht.</p> <blockquote class="twitter-tweet" data-lang="en"><p lang="de" dir="ltr">Der <a href="https://twitter.com/DIEZEIT"><code>DIEZEIT</a> Kolumnist Can Dündar gilt heute als Anhänger der Gülen-Bewegung, ist aber ihr Opfer. <a href="https://t.co/dqM7if5fj3">https://t.co/dqM7if5fj3</a></p>&mdash; ZEIT ONLINE Kultur (</code>zeitonline_kul) <a href="https://twitter.com/zeitonline_kul/status/764338769898119168">August 13, 2016</a></blockquote> <script async src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script> <p>Dündar wird auch vorgeworfen, den in den <span class="caps">USA</span> lebenden Prediger Fethullah Gülen zu unterstützen, den die türkische Regierung als Drahtzieher hinter dem Putsch vom 15. Juli sieht. Dabei beschreibt sich Dündar selbst als Opfer der Gülen-Bewegung.</p>