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Hexenjagd und Guillotine: Can Dündar gibt Cumhuriyet-Chefposten ab

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Hexenjagd und Guillotine: Can Dündar gibt Cumhuriyet-Chefposten ab

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Mit einem Leitartikel verabschiedet sich Can Dündar, der Chefredakteur der regierungskritischen türkischen Zeitung Cumhuriyet, von seinem Posten. Dündar und sein Kollege Erdem Gül waren im Mai wegen Geheimnisverrat zu fünf Jahren Haft verurteilt worden, weil sie über Waffenlieferungen der Türkei an Syrien berichtet hatten.

Gegen dieses Urteil wollten die beiden Journalisten Berufung einlegen. Gleichzeitig sind sie aber auch in einem anderen Verfahren wegen Unterstützung einer Terrororganisation angeklagt.

In seiner Kolumne spricht der scheidende Chefredakteur jetzt von der größten Hexenjagd in der Geschichte der Türkei. Und Dündar schreibt: “Einer solchen Justiz zu trauen, würde bedeuten, seinen Kopf unter die Guillotine zu legen.”

Zumindest solange der Ausnahmezustand herrscht, will Dündar, der sich zur Zeit irgendwo in Europa – vermutlich in Deutschland – aufhält, nicht in die Türkei zurückkehren.

Den Posten als Chefredakteur von Cumhuriyet übernimmt der vorherige Stellvertreter Oguz Güven.

Schon vor drei Monaten hatte es in der Türkei ein versuchtes Attentat gegen Dündar gegeben.

Wie viele Medien leitet auch die internationlae Schriftstellervereinigung PEN die Nachricht von Dündars Rückzug weiter.

Can Dündar – hier sein Twitter-Konto – will vom Ausland aus, weiter für Cumhuriyet schreiben. Seine Texte werden auf Deutsch auch in der Zeit veröffentlicht.

Dündar wird auch vorgeworfen, den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen zu unterstützen, den die türkische Regierung als Drahtzieher hinter dem Putsch vom 15. Juli sieht. Dabei beschreibt sich Dündar selbst als Opfer der Gülen-Bewegung.

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