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Türkei: Yildirim distanziert sich von möglicher Wiedereinführung der Todesstrafe

In der Türkei hat sich Regierungschef Binali Yildirim von Forderungen nach einer Wiedereinführung der Todesstrafe distanziert. Derweil wurden in Istanbul über 40 Unternehmen durchsucht.

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Türkei: Yildirim distanziert sich von möglicher Wiedereinführung der Todesstrafe

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In der Türkei hat sich Regierungschef Binali Yildirim von Forderungen nach einer Wiedereinführung der Todesstrafe distanziert. Noch vor gut einer Woche hatte Präsident Erdogan eine Wiedereinführung in Aussicht gestellt.

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"Ein Mensch stirbt nur einmal, wenn er hingerichtet wird. Aber es gibt härtere Mittel als die Todesstrafe."

Binali Yildirim türkischer Regierungschef, AKP

Bei einer Versammlung der Regierungspartei AKP sagte Yildirim, es gebe keine Zweifel, dass sich “die Fethullah Terrororganisation sich für den Putschversuch verantworten” müsse. “Und auch die Verantwortlichen für das Blut unserer Märtyrer werden sich ohne Zweifel verantworten müssen.” Ein Mensch sterbe nur einmal, wenn er hingerichtet wird. Aber es gebe härtere Mittel für sie als die Todesstrafe. Das sei ein unparteiisches und faires Verfahren, so Yildirim.

In Istanbul durchsuchte die Polizei 44 Unternehmen, die unter Verdacht stehen, die Gülen-Bewegung finanziell zu unterstützen. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu erließen die Behörden Haftbefehle für 120 leitende Angestellte. Bereits Anfang des Monats hatte Präsident Erdogan angekündigt, die von ihm so genannten “Säuberungen” auch auf die Geschäftswelt auszuweiten.

Nach dem gescheiterten Putschversuch befinden sich laut Regierung bereits mehr als 17 000 Menschen in Untersuchungshaft. Außerdem seien mehr als 81 000 Staatsbedienstete suspendiert oder entlassen worden.