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Frankreich: Manuel Valls gegen landesweite Burkini-Gesetzgebung

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Frankreich: Manuel Valls gegen landesweite Burkini-Gesetzgebung

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Frankreichs Regierungschef Manuel Valls hat sich in die Debatte um das Burkini-Verbot eingeschaltet. In einem Zeitungsinterview sagte er, er lehne eine landesweite Gesetzgebung zu dem Thema ab. Gleichzeitig äußerte er aber Verständnis für die Bürgermeister der Kommunen, die die Ganzkörperschwimmanzüge für Musliminnen, die sogenannten Burkinis, in ihren Gemeinden verboten hatten. Ein Burkini sei Zeichen eines politischen Vorhabens, einer Gegengesellschaft und der Unterwerfung der Frau, so Valls. Das sei mit den Werten der Republik nicht vereinbar.

In mehreren Städten wie Cannes oder dem korsischen Sisco sind Burkinis verboten worden. Andere Städte planen ein Verbot. Valls erinnerte an die 2004 eingeführte Null-Toleranz-Linie für auffällige religiöse Symbole an französischen Schulen und das seit fünf Jahren geltende Burka-Verbot. Unterdessen hat die Organisation “Kollektiv gegen Islamophobie in Frankreich” (CCIF) angekündigt, gegen das Verbot vor Gericht zu ziehen. Man bereite sich auf einen langandauernden juristischen Kampf vor, hieß es.

Mit Blick auf die Mittelmeerinsel Korsika rief Valls zur Ruhe auf. Im Norden der Insel war es am Wochenende zu Ausschreitungen mit fünf Verletzten gekommen, nachdem eine oder mehrere Frauen im Burkini gebadet hatten. Eine Ermittlung soll den genauen Verlauf der Ereignisse klären, bei denen Einwandererfamilien und Bewohner eines Dorfes aneinandergerieten. Der Bürgermeister von Sisco bei Bastia verbot nach den Vorfällen ebenfalls Burkinis am Strand.

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