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Südsudan: Ein Jahr Friedensvertrag ohne Frieden

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Südsudan: Ein Jahr Friedensvertrag ohne Frieden

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Addis Abeba vor einem Jahr: In der äthiopischen Hauptstadt unterzeichnete der Staatspräsident des Südsudan, Salva Kiir Mayardit, den Friedensvertrag. Sein Rivale und ehemaliger Stellvertreter Riek Machar hatte seinen Namen bereits einige Tage zuvor unter das Abkommen gesetzt. Doch vor allem der Präsident bemühte sich gar nicht erst zu kaschieren, dass er den Vertrag nur zähneknirschend akzeptiert hatte.

Ein Jahr später kann von Frieden keine Rede sein. Anfang Juli brachen wieder Gefechte aus. Die Lage im Südsudan ist prekär, Ausländer verlassen nach dem Wiederaufflammen der Feindseligkeiten das Land, das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten rät ‘von Reisen in den Südsudan und Aufenthalten jeder Art’ ab.

Präsident Mayardit und sein Feind Machar gehören unterschiedlichen Volksgruppen an, sie tragen ihren Machtkampf auf dem Rücken der Bevölkerung aus.

Tausende Todesopfer hat der Konflikt bislang gefordert, 2,5 Millionen Menschen wurden nach Angaben der Vereinten Nationen vertrieben.

Im Raum Gambella im Westen Äthiopiens halten sich derzeit 270.000 Flüchtlinge auf. Auch die übrigen Nachbarländer haben Tausende Sudanesen aufgenommen. Seit vergangenem Monat sind 60.000 Menschen ins Ausland geflohen – seit dem Ausbruch des Bürgerkrieges im Dezember 2013 rund 900.000.

Die Hoffnungen – vor allem auf Frieden – die sich mit der Unabhängigkeit des Südsudan am 9. Juli 2011 verbanden, erfüllten sich nicht – vorangegangen waren jahrzehntelange kriegerische Auseinandersetzungen für mehr Selbstbestimmung und auch der Kampf ums Erdöl spielte eine Rolle.

Nach Angaben des Kinderhilfswerks UNICEF haben nur 41 Prozent der Menschen im Südsudan Zugang zu sauberem und sicherem Trinkwasser.

Vergangene Woche genehmigte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen die Entsendung 4.000 zusätzlicher Blauhelmsoldaten. Diese sollen laut Mandat in der Hauptstadt Dschuba und Umgebung agieren und die bereits im Land stationierten UN-Truppen mit einer Stärke von 12.000 Mann unterstützen.

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