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Rio 2016: Magische Momente, einige Probleme und zum Abschied Sturm und Regen

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Rio 2016: Magische Momente, einige Probleme und zum Abschied Sturm und Regen

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Weder Regen noch Sturm hielt die Touristen davon ab, am letzten Abend der Olympischen Spiele von Rio de Janeiro noch einmal zur Copacabana zu kommen. Die Gefühle waren gemischt, sie reichten von Melancholie über das Ende eines Sportfestes zu Glück und Jubel. “Es war wundervoll. Ich habe nicht erwartet, dass die Brasilianer sich so engagiert zeigen”, sagte ein “Carioca”, ein Einwohner Rio de Janeiros. “Wenn du Olympia in anderen Ländern siehst, dann ist das aufregend, aber im eigenen Land, zu Hause, das ist einfach toll.”

Es waren die ersten Spiele in Südamerika. Und obwohl es magische Momente gab, gab es auch Probleme, die den sozialen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten Brasiliens geschuldet waren. Halbleere Arenen, Baumängel im Athletendorf und das plötzlich grüne Wasser bei den Kunstspringern waren sichtbare Zeichen dafür, wie schwer sich die von einer tiefen Wirtschaftskrise geplagten Brasilianer mit dem Debüt auf der größten Sportbühne taten. “Grenzwertig”, nannte Deutschlands Gold-Turner Fabian Hambüchen das Abenteuer Rio. Und: “Das hat nichts mit Olympia zu tun”, wetterte Bundestrainer Jamilon Mülders, als sein Damen-Hockeyteam wegen mangelnder Hygiene selbst die Bäder putzen musste. IOC-Präsident Thomas Bach sagte dagegen, es sei gut, dass die Spiele “nah an der Realität” waren, und auch manche Touristen zeigten sich versöhnlich. Es sei zu erwarten, dass es Schwierigkeiten gebe, hieß es, das sei eben so bei Großveranstaltungen. In Rio sei die Organisation mit jedem Tag besser geworden.

Rio 2016 lieferte auch einige Skandale. Das irische IOC-Mitglied Patrick Hickey wurde wegen mutmaßlichen Schwarzhandels mit überteuerten Eintrittskarten im Bademantel in seinem Hotel festgenommen und erlebte die letzten Olympia-Tage in einer Zelle. Vier US-Schwimmer um Ryan Lochte hielten die Behörden mit einer frei erfundenen Geschichte von einem Raubüberfall in Atem und mussten sich später kleinlaut für ihren entgleisten Besuch an einer Tankstelle entschuldigen. “Das sind bisher die schwierigsten Spiele, die wir jemals erlebt haben”, bekannte IOC-Vizepräsident John Coates zwischendurch.

Jetzt steht vor allem die Frage im Raum, was die Hinterlassenschaft dieser Spiele sein wird, und ob die neuen Sportstätten und Gebäude der brasilianischen Bevölkerung zugute kommen werden oder sich erst in Millionengräber, dann in Ruinen verwandeln werden. So ganz fertig, allerdings, ist Rio noch nicht. Vom 7. bis 18. September messen sich die besten Behindertensportler der Welt bei den Paralympics. Und auch da gibt es schon Probleme: Kurz vor Beginn fehlen den Veranstaltern noch 50 Millionen Euro im Budget, und erst zwölf Prozent der Tickets sind verkauft.

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